Freitag, 11. Juli 2008

Wir sind angekommen

Bei über 30°C haben wir die Streckenbesichtigung hinter uns gebracht. Julia ist die Anstiege in Heideck und Greding mit dem Rad gefahren.

Dass der Solarer Berg nichts Wildes ist, hat sie mir dann auch so geglaubt.
Den einzigen Schreckmoment des Tages hatte wir bei dem Versuch das defekte Vorderrad abzuholen.

Zur Erklärung: letzten Sonntag hatte ich einen kleineren Unfall mit dem Wettkampfrad. Das Ergebnis war eine gebrochene Vorderradgabel und eine defekte Speiche. Montag habe ich dann das Vorderrad zur Reparatur eingeschickt. Aussage der Werkstatt war: Kein Problem, wir nehmen das reparierte Vorderrad dann mit nach Roth und ihr könnt es dort bei uns auf dem Messestand abholen.


Wir stehen dann dort auf dem Messestand, allerdings ist das Vorderrad irgendwo verschütt gegangen. Evtl. war der Exressdienst zu langsam oder die Werkstatt oder man hat es einfach vergessen. Im Ergebnis egal, das Vorderrad ist nicht da. Was also tun? Der Mann von TriDynamic war aber sehr nett und hat uns vorgeschlagen das Demorad vom Messestand zu nehmen. Jetzt darf Julia am Sonntag das Vorderrad vom ZIPP-Stand nehmen. Glück gehabt.

Auf das es so weiter geht.

Montag, 7. Juli 2008

Was denn noch?

Eigentlich war ich ja schon soweit zu sagen - das wird schon. Ich bin gut vorbereitet und werde gutes Material in Roth haben.

Aber die letzten 2 Wochen hatten es in sich:
1. Schock - Uhr kaputt. Beim Schwimmtraining ist Wasser reingelaufen, aber wir konnten sie zum Glück trocknen und retten...
2. Schock - Rad kaputt. Thomas ist auf dem Weg zum Treffpunkt für den Saerbeck-Triathlon die Pumpe zwischen Gabel und Rad gefallen. Fazit: Gabel gebrochen, Speiche verbogen.

Noch 6 Tage bis Roth - die Spannung steigt. Hoffentlich kriegen wir das alles noch hin, noch mehr Spannung brauch ich nicht mehr. Ich bin mittlerweile nervös genug!

Freitag, 20. Juni 2008

Mein 1. Triathlon

Also, ich weiß jetzt wann die Vögel morgens anfangen zu zwitschern! Wer kann das denn schon von sich behaupten!? Falls es jemanden interessiert - um 04:10 Uhr! Ja, da war ich schon wach und hab mir so meine Gedanken über den bevorstehenden Tag gemacht. Zum Glück bin ich aber irgendwann noch mal eingeschlafen und dann doch vom Wecker geweckt worden.

Dank Thomas Hilfe bei der Vorbereitung war morgens alles parat; nur das Frühstück wollte nicht sofort rein. Aber was hilft’s? Ich mußte was essen, ansonsten wäre es ein harter Tag geworden!

Um 07:30 machen wir uns also auf den Weg und fahren mit dem Rad die 5 Minuten zur Rohmühle. Thomas hat noch keine Startunterlagen und muß erstmal seine Ligakollegen suchen. Alles beisammen machen wir uns auf den Weg zum Check-In. Helm auf, Startnummer raus, einchecken und jetzt? Ok, auf zu den Frauen und zum Glück ist Thomas dabei. Fühl mich so ein wenig hilflos. Thomas hilft mir meine Wechselzone vorzubereiten, erklärt mir wie, wer, wo und was und macht sich auf den langen Weg zu seiner Wechselzone. Nachdem dann endlich alles vorbereitet und zum 10. Mal kontrolliert wurde, machen wir uns auf den Weg zum Shuttlebus. Zum Glück hält der Bus genau vor uns und wir ergattern noch 2 Plätze. Ich bin super nervös! An den Fähren angekommen, benötigt Eike erstmal Hilfe mit der Anlage. Irgendwie kommt kein Ton aus den Lautsprechern. Nach viel Rumsteckerei klappt es endlich und wir fangen an uns warmzulaufen. OK - eigentlich wollten wir nur auf’s Klo, aber vor den Klo’s war die Schlange einfach viiiiel zu lang ;-)

Das Blöde bei dem Schwimmstart, Thomas und ich starten von 2 verschiedenen Fähren. Ich muß halt die letzten 15 Minuten alleine auf der Wiese verbringen. Als die Rampe runtergeht, geh ich nach vorne und finde mich plötzlich in der 3. Reihe ganz rechts wieder. Oh Mist, das ist doch viel zu weit vorne - aber Thomas hat mir den Tipp gegeben, möglichst weit vorne und möglichst weit rechts zu stehen. Hinter mir ein anderer Neuling und wir unterhalten uns fachmännisch über das wovon wir keine Ahnung haben. Noch 45 Sekunden bis zum Start. Zwei Männer wollen noch unbedingt nach vorne - kein Problem, bevor Ihr uns in den Rücken springt, lassen wir Euch gerne den Vortritt. Ich starte also aus Reihe 5. Köpper in den Rhein, Brille sitzt und weiter geht’s. Dank den noch vorbeifahrenden 3 Tankern sind die Wellen relativ hoch, was das Schwimmen anfangs nicht grade vereinfacht.

Mein Gott, wie lang denn noch? Aber es ist doch nur schwimme - also, keine Panik und nächster Zug. Klappt doch alles wunderbar! Bei der Mauer angelangt, kommt mir Thomas und Christians Tipp ins Ohr. Möglichst ran an die Mauer, in die Fahrrinne und hinter der Mauer im Schlenker ans Land. Krieg ich leider nicht hin und muß zum Schwimmausstieg ganz schön kämpfen. An Land angekommen, Blick auf die Uhr: 26 Minuten. Wow - gar nicht mal schlecht!



Auf in die Wechselzone - mein Gott ist das ganze anstrengend. Neo auf, Neo, Brille, Kappe runter und laufen. Fahrrad gefunden, Neo aus, Trikot brauch ich nicht und weiter geht’s.



Ramersdorf hoch ist anstrengend, aber komischerweise nicht so anstrengend wie sonst.

Das gleiche bei den anderen Anstiegen und das Tempo ist auch kein Problem. Also weiter! Das Publikum tut gut, Emotionen kommen hoch, aber ich muß weiter. In Stieldorf angekommen fängt es an zu regnen. Abfahrt Ramersdorf gießt es! Ich fahre etwas vorsichtiger und erreiche die Wechselzone nach 02:01 Radfahren. Mist - wenn’s nicht geregnet hätte, hätte ich die Radrunde auch unter 2 Stunden geschafft! Aber egal, nächste Disziplin, auf zum Laufen.

Heike und Uli stehen am Rand, klitschnaß und sehen mich noch nicht mal! Wo gibt’s denn sowas? Also mach ich erstmal auf mich aufmerksam und erhalte auch den gehörigen Applaus. Fahrrad in die Wechselzone, Helm und Brille aus, Schuhe an, Kappe und Gel, aber wohin mit dem Schwamm? Egal - wird mitgenommen, keine Zeit zum Überlegen und los geht’s mit dem Laufen. Am Anfang der Laufstrecke stehen meine Eltern und Berhausen. Fototermin der 1. Das Laufen geht locker. Kein Problem. Der erste Blick auf die Uhr nach 2 km. Wie, 11:30 Minuten? Das sind ja 05:45 Minuten pro Kilometer!? Mein Gott bin ich schnell. Die Sonne kommt auch langsam wieder raus und die erste Verpflegung ist auch schon da. Tara möchte mir Cola geben, aber in der 1. Runde brauch ich doch Wasser. Wechselpunkt, endlich sehe ich Thomas, hatte mir ja schon Sorgen gemacht, da ich ihn auf dem Rad nicht an mir vorbeifahren hab sehen. Aber scheint alles gut zu sein, er ist bereits auf der 2. Runde. Nächste Verpflegung, Maria und Co. feuern mich an und immer geradeaus zur nächsten Runde. Papa macht mich noch drauf aufmerksam, daß ich nicht gradeaus laufen darf, sondern rechts abbiegen muß. Danke - wäre ich nicht drauf gekommen ;-)

Hinter der Rohmühle, durch die Wechselzone, diesmal sehen mich auch Heike und Uli und jubeln von vornherein, Thomas ist bereits im Ziel und prostet mir mit einem Bier zu und ich laufe einfach mein super Tempo weiter. Keine Schmerzen, alles super, die Zeiten stimmen! Ich muß aber mal - keine Zeit, nur noch 5 km, das ist quasi die Südbrücke, das schaff ich auch ohne zu pinkeln. Nur noch 4 km, dann die Verpflegung. Bevor ich überhaupt in der Nähe bin, mach ich Maria schon mal auf mich aufmerksam. Ich brauch doch jetzt Cola! Weiter geht’s - auf ins Ziel. Bei Sandy Beach angekommen, höre ich aus den Lautsprechern "Summer Dreaming". Voll motiviert, zieh ich das Tempo noch mal an. 90% sagt die Uhr - ist doch egal, 94% und Papa ruft mir zu, daß ich jetzt gradeaus laufen darf. Ich laufe weiter. Die Uhr am Ziel zeit 03:56. Das kann doch nicht sein! Thomas feuert mich auf den letzten 10 Metern an und läuft außerhalb des Zielkanals mit. 03:57 und ich bin im Ziel. Ich bin fix und fertig, freue mich total und muß erstmal mit den Tränen kämpfen. Gehofft auf 04:30 und im Ziel unter 04:00 Stunden! Ich bin ganz schön stolz!


Der nächste Wettkampf kann kommen!

Mittwoch, 18. Juni 2008

Es gibt auch gute Tage

Am Sonntag fand der Bonn Triathlon statt. Mit gewissen Sorgen ob der Form bin ich für mein Team Bronny.de PSV Bonn in der Seniorenliga an den Start gegangen. Da ich auch noch den Pressebericht schreiben durfte mache ich es mir hier mal leicht :-)

Beginnend auf der Fähre in Niederdollendorf waren 3,8 km Schwimmen, 60 km Radfahren im Siebengebirge und knapp 15 km Laufen an der Rohmühle in Oberkassel zu absolvieren. Für das Team Bronny.de PSV Bonn gingen die Senioren Frank Kugelmeier, Frank Emde, Andreas Rehn und Thomas Hartung an den Start. Nach dem tollen 3. Platz im Vorjahr waren die Ziele für 2008 ambitioniert: Wieder aufs Treppchen, so die Vorgabe. Als Konkurrenz wurden mit Krefeld, SSF Bonn und Witten die üblichen Verdächtigen gehandelt.

Erstmals wurde dieses Jahr eine zweite Fähre für die Liga und alle Staffeln eingesetzt. 5 Minuten nach dem Hauptfeld und bei wiedererwartend gutem Wetter, ertönte das Startsignal. Aufgrund der starken Rheinströmung galt es möglichst lange aber eben nicht zu lange in der Strömung zu bleiben. Wieder auf den Füßen wurde aufs Rad gewechselt. Vorbei an einer unglaublichen Zuschauerkulisse, ging es zum Ausgang der 800m langen Wechselzone und sofort hoch nach Stieldorf und von dort weiter über die anspruchsvollen 60 km durchs Siebengebirge. Leider gab es auch dieses Jahr wieder Beschwerden, dass die Schiedsrichter insbesondere bei den Ligastartern Verstöße gegen das Windschattenverbot zu wenig durchgesetzt haben. Es gab einige Liga-Konnkurenten, die sich bewusst gegenseitig Windschutz gaben obwohl genug Platz vorhanden um fair nach den Regeln zu fahren.

Gegen Ende des Radfahrens zeigten die ersten dunklen Vorboten am Himmel, was die Athleten und Zuschauer zu beginn des Laufens erwarten sollte. Als Thomas Hartung vom Team Bronny.de PSV Bonn als erster Liga-Athlet auf die Laufstrecke ging, wurde aus einem leichten Regenschauer ein regelrechter Platzregen. Glücklicherweise hörte es aber nach knapp 10 Minuten auch wieder auf zu regnen und blieb auch den restlichen Tag trocken.

Thomas Hartung (3:08:02 / Platz 2) wurde zwar bei Kilometer 11 vom Tagessieger Michael Josch aus Witten überlaufen, konnte sich aber auf Platz 2 liegend ins Ziel retten. Bereits 44 Sekunden später überquerte Frank Kugelmeier (3:08:46 / Platz 4) nach gewohnt schnellem Laufsplit als vierter die Ziellinie. Andreas Rehn(3:13:25 / Platz 8) fuhr die schnellste Radzeit des Tages und wurde achter. Frank Emde (3:22:16 / Platz 25) komplettierte mit einer ausgeglichenen Leistung das Quartett und sicherte dem Team Bronny.de PSV Bonn mit großem Abstand von 26 Platzziffern den Tagessieg vor den punktgleichen Teams vom Krefelder Kanu Klub und dem SSF Bonn.

Bereits in zwei Wochen geht es nach Steinbeck (29.06.08) und eine Woche später nach Saerbeck (06.07.08). Hier wird sich zeigen, ob das Team Bronny.de PSV Bonn die perfekte Ausgangssituation bis zum Saisonabschluss am 10.08.08 in Rheine halten kann.

Tja das war schon ein seeeeehr gutes Gefühl. Nachdem ich auf Lanzarote so gar nichts auf dem Rad zu Stande gebracht habe, bin ich in Bonn als zweiter Ligastarter aus dem Wasser gekommen und war bereits am Ausgang der Wechselzone auf Position 1. Es hat nicht ganz gereicht, aber der Michael Josch war schlicht deutlich schneller beim Laufen. Beim nächsten Mal werde ich noch härter Radfahren :-). Schneller laufen ist glaube ich eher unwahrscheinlich.

Das eigentlich Wichtige muss aber Julia schreiben .... stay tuned.

Sonntag, 25. Mai 2008

Ein Tag zum Abgewöhnen

Die Trainingsergebnisse auf dem Rad hatten mir die letzten Wochen etwas Sorgen bereitet. Schwimmen und Laufen sind kein Problem. Aber es sind einfach zu viele harte Radeinheiten dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen.

Fit oder nicht? Das ist wohl die Frage.

Vermutlich ist es diese Ungewissheit, die aus der üblichen und notwendigen positiven Anspannung eine hinderliche Nervosität werden lassen.

Und so klingelt der Wecker um 4:15 Uhr. Das Frühstück fällt der Nervosität zum Opfer. Ein halbes Brötchen, mehr bringe ich nicht runter. 5:30 Uhr fahren wir in Richtung Startareal. Es ist nicht viel los in Puerto del Carmen, einige Athleten und die letzten Discobesucher teilen sich die Strandpromenade.

Ich gehe erst mal zum meinem Rad. Reifen aufpumpen, Flaschen ans Rad, ein letzter Check. Die Wechselbeutel kontrollieren, noch mal aufs Klo, was trinken, noch mal aufs Klo, ein Blick in den Himmel. Eigentlich kann es losgehen. Es fängt auch bereits an zu dämmern. Allerdings ist es erst 6:10 Uhr. Genug Zeit, um noch nervöser zu werden. So extrem habe ich den Druck noch nie verspürt.

Julia und ich sitzen auf einer kleinen Mauer der Strandpromenade und warten. Einen halben Butterkeks esse ich, die 2. Hälfte landet im Müll. Essen geht gar nicht.

Vielleicht hilft ja ein wenig Jogging? Nein auch nicht. Gegen 6:40 gehen wir runter zum Strand. Wenigstens 100m warm schwimmen, danach stelle ich mich in die Reihe. Natürlich nach dem Abschiedskuss ;-)


Der Startkanal ist nur 3-4 Meter breit und ich stehe in der 7 oder 8. Reihe. Eigentlich ziemlich weit vorne denke ich. Ein Trugschluss. 7 Uhr geht es los und bereits nach der ersten Boje (so ca bei 250m) bildet sich ein Stau und ich komme nicht weiter nach vorne. Ich könnte schneller schwimmen, würde auch gerne schneller angehen, kann es aber einfach nicht. Es werden 2 Runden unterbrochen von einem kurzen Landgang geschwommen. 150m raus, dann links, parallel zum Strand bis zu 2 Wendebojen und wieder zurück.

Der Schwimmstart und die übliche Prügelei

Erst auf dem Rückweg von der ersten Runde beruhigt sich das Feld. Allerdings ist jetzt auch vor mir ein großes Loch gerissen. Nach vorne schwimmen ausgeschlossen. Ich schwimme also brav weiter in meiner Gruppe und komme letztlich nach sehr guten 57 Minuten aus dem Wasser. Es wäre bestimmt 2 Minuten schneller gegangen, aber die eigentliche Herausforderung kommt ja erst.

Die Wechselzone macht dem Bonn-Triathlon starke Konkurrenz. Vom Schwimmausstieg bis zum Ausgang der Wechselzone ist es quasi ein halber Tagesmarsch. Den Strand hoch, vorbei an den Wechselbeuteln, von hinten ins Wechselzelt, Neo aus, selber wegpacken, Startnummer an, Radhandschuhe schnappen und weiter geht’s. Vorbei an ca 40 Reihen von Radständern bis ich endlich an meinem Rad bin, Nummer 537, Helm auf und nochmals etwa 30 Reihen. Dann endlich geht es los.

Ich versuche es zumindest. Aber ehrlich gesagt, geht es vom ersten Moment an nicht wirklich vorwärts. Anfänglich schwere Beine habe ich oft. Nur gibt sich das üblicherweise nach spätestens 30 Minuten.

Heute nicht. Bei Km50 habe ich zwar die Frauenspitze eingeholt, allerdings bin ich froh, dass ich hier mitfahren kann. Mir ist das Tempo ständig 1 bis 2 km/h zu schnell. Gut, ich könnte ja auch einfach langsamer fahren. Allerdings werde ich auch so schon regelmäßig von AK-Athleten überholt. Wenn es mit der Quali was werden soll, muss ich wenigstens das jetzige Tempo halten. Und so quäle ich mich von La Santa nach Soo hoch und weiter gegen den Wind runter ans Meer und wieder hoch nach Teguise und noch weiter hoch zum Mirador de Haria. Mitten in den Wolken, ist es hier oben gut kalt. Inzwischen konnte ich auch das Führungsfahrzeug der Frauen nicht mehr halten und bin relativ einsam auf dem Weg zum Mirador del Rio.

Nicht wie in Frankfurt ... hier geht jeder einzeln auf die Strecke

Kurz vor Ye bekomme ich zum ersten Mal zu spüren, was passiert, wenn man den ganzen Tag nichts isst. Bisher habe ich ein halbes Brötchen, einen halben Butterkeks, 1 großes Maxim-Gel und 2-3 Flaschen Powerbar auf der Habenseite. Am letzen steileren Stück vor Ye, gibt mir mein Körper zu verstehen, dass er nicht gewillt ist, das weiter zu tolerieren. Mit 10km/h kämpfe ich mehr gegen das Umfallen und Schieben Müssen, als gegen den Berg an sich. Nach erreichen der Kuppe ist klar, dass ich 1) mehr essen muss und 2) die nächsten 2km bis zum Gipfel sehr vorsichtig sein muss. Teil 2) setze ich sofort um, Teil 1) muss bis zum Gipfel warten. Dort schnappe ich ein Stück Banane, mehr geht sowieso nicht in der zunächst extrem holprigen und danach extrem schnellen Abfahrt runter zum Meer.

Erst unten am Ende der Abfahrt krame ich ein weiteres Gel aus meiner Eigenverpflegung und stecke ein weiteres schon mal in Reserve in die Rückentasche. Nach 10 Minuten wirkt das Gel. Mein Tempo ist wieder in akzeptable Bereiche angestiegen und ich bewege mich langsam wieder nach vorne. D.h. ich überhole auf den nächsten 20km zwei Fahrer.

Ab Tahiche ist es dann wieder vorbei mit dem Angenehmen. Nach einem 90° rechts Knick wird aus Seitenwind wieder heftiger Gegenwind. Nicht genug, am Ende des Anstiegs geht es weiter über ca. 5km übelsten Asphalt. Gutes Kopfsteinpflaster ist dagegen wirklich angenehm. Bis man dann, bei so ca. km 140, auf die Hauptstraße zurück kommt. Jetzt geht es zwar weiter bergauf, allerdings bei perfekter Straßenqualität und Rückenwind. Und so presse ich auf den letzten 30km auch noch ein komplettes Maxim-Gel in mich rein.

Ein wirklicher Negativpunkt für die Strecke ist die teilweise unbeschränkte Streckenfreigabe für den Verkehr. Besonders auf der Zufahrt nach Puerto del Carmen wird mir das für mich deutlich. Auf einer leichten Abfahrt mit starkem Wind von links kommen mir 3 Reisebusse entgegen. Nachdem mich die erste fast von der Straße putzt, bremse ich freiwillig von 60 auf 40 ab.

Ortsrand von Puerto del Carmen

Am Ortsrand sitzt Julia am Straßenrand. Sie macht Fotos und ruft mir irgendwas zu. Verstehen kann ich allerdings nichts. Noch 2-3 Schlenker durch den Ort und dann geht es auch schon auf die Uferpromenade und den letzten Kilometer. 5h41 das ist eigentlich eher indiskutabel. Allerdings nicht aussichtslos. Ich muss eben eine gute Laufleistung hinlegen und so mache ich mich auf den sehr langen Weg durch die Wechselzone. Barfuss wohlgemerkt … und natürlich auf Asphalt.

In der ersten Laufrunde geht's ordentlich vorwärts

Als ich dann endlich auf der Laufstrecke bin, fühle ich mich ganz in meinem Element. Ich habe einen lockeren Schritt und gute Länge. Die ersten 10km gehen in 45 Minuten weg. Das ist mal ein guter Anfang.

Trinken, trinken, trinken ist das Motto. Es wird langsam wärmer und so muss ich zwangsläufig bei km13 die erste Pinkelpause einlegen. Das erklärt so in etwa die 90 Sekunden langsamere Splittzeit auf den dritten 5 Kilometern. Das sind aber alles Peanuts verglichen mit dem was nun kommt. Bei km17 biege ich auf die Promenade vor unserem Hotel ein. Julia wartet dort an der Strecke. Meine Beine sind ganz schön schwer denke ich noch. Ich muss versuchen mehr zu essen. Bei der letzten Verpflegungszone gab es kein Gel, bei der nächsten muss ich was haben, zur Not Cola. 200m weiter stirbt der Motor ab. Meine Beine sind bleischwer und mir ist schwummrig. Ein klassischer Hungerast.


Das Rennen um die Quali ist in diesem Moment beendet. Ich war zwischenzeitlich von Platz 15 in der AK auf den 12. Platz nach vorne gelaufen. Es hätte also reichen können. Hätte, wäre, wenn interessieren mich aber gerade eher weniger. Ich brauche was zu futtern, jetzt. Es hilft nichts ich muss die 500m gehen. Dort stopfe ich 1 Gel, 8 Orangenviertel und 1 Banane in mich. Dazu gibt es 2 Becher Wasser.

Mir ist schlecht. Ich marschiere weiter und überlege mir, dass das ein verdammt langer Tag werden könnte, wenn ich es nicht mehr schaffe meine Oberschenkelkrämpfe zu beseitigen. Nach weiteren 5km marschieren hat sich mein Körper erholt. Die Energieversorgung funktioniert wieder und als wäre nichts gewesen laufe ich wieder 5:00 pro Kilometer. Nur zum Essen und Trinken brauche ich Gehpausen. In der letzten Runde werde ich sogar noch schneller und schaffe auch wieder 4:45er Zeiten.

Nach 10:45 bin ich im Ziel. Etwas enttäuscht, das muss ich wohl zugeben. Aber letztlich war ich eben nicht schnell genug auf dieser Strecke und werde es vermutlich auch nie sein. Ich bin eben doch eher jemand für Stecken, auf denen man auch mal richtig schnell fahren muss und nicht immer nur bergauf/bergab.

Der Zieleinlauf

Fazit: Lanzarote ist nicht meine Insel. Deshalb ist das Fazit auch ein ganz persönliches und vermutlich etwas zu negativ. Die Strecke ist anspruchsvoll und dank einer Radrunde und nur ca. 1500 Teilnehmern ist Drafting so gut wie kein Thema. Die Organisation kommt mit der Athletenmenge gut zu recht. Ich hätte mir aber mehr Informationen vorab gewünscht.

Die Radstrecke ist nur bedingt abgesperrt und man teilt sich an vielen Stellen die Straße mit dem Gegenverkehr. Das macht die sehr windanfällige Strecke noch schlimmer.

Ähnliches gilt für die Laufstrecke. Es gibt keine Absperrung oder Markierung, die Athleten von Zuschauern trennt. Man läuft viel Slalom.

Das Finish war das langweiligste, das ich je erlebt habe. Sowohl mein eigener Zieleinlauf, als auch die Finishline-Party.

Dienstag, 13. Mai 2008

Das letzte harte Wochenende liegt hinter mir. Am Samstag waren wir in Heidelberg auf einer Hochzeit eingeladen. Wie bekommt man also hartes Training, bestes Wetter und die Fahrt nach Heidelberg unter einen Hut?

Ist doch naheliegend ;-) Ich nehme das Fahrrad und Julia fährt mit dem Auto. Da wir gegen 15 Uhr bereits fertig geduscht und umgezogen in Heidelberg in der Kirche sein mussten, war klar dass ich es nicht bis Heidelberg schaffen konnte. Geplant hatten wir, dass mich Julia irgendwo zwischen Bingen am Rhein und Mainz abholt und wir dann den Rest mit dem Auto fahren.

6:15 Uhr ging's los. Noch etwas frisch, aber mit Armlingen und Beinlingen ist es in der Sonne gut erträglich. Und die Rheinauen gehören mir fast alleine


Bis Neuwied fahre ich rechtsrheinisch. Das ist zwar die schattige Seite, aber dafür ist der Radweg schöner und schneller zu fahren. In Neuwied geht's über die Brücke und weiter in Richtung Koblenz.
Südlich von Koblenz lässt die Qualität des Radwegs sehr rapide nach. Es macht nicht wirklich Spass wenn man auf dem Radweg unterwegs ist und plötzlich vor einem solchen Schild steht:


Auf die Straße wechseln geht natürlich auch nicht, weil der Bahndamm dazwischen liegt. Irgendwann habe ich die Faxen dicke und fahre nur noch Straße. Ich habe zwar ständig Wind von schräg vorne, aber auf der Straße komme ich gut voran. St. Goar und die Loreley sind bald erreicht.


Julia war inzwischen auch schon fleißig und hat einen langen Lauf gemacht. Jetzt ist sie unterwegs in Richtung Mainz/Wiesbaden. Ich bin kurz vor Bingen, als Julia anruft und bescheid gibt, dass sie im Stau steht. Ich bekomme also noch ein wenig mehr Zeit fürs Training geschenkt. Letztlich schaffe ich es bis Ingelheim. 5:30h war ich unterwegs und habe geschätzte 150km zurückgelegt. Geschätzt sind die Werte, da die Strecke fast durchgängig neben den Oberleitungen der Bahn verläuft und die Werte des Radcomputers daher eher unbrauchbar sind.

Den restlichen Tag verbringen wir dann bei der Hochzeit in der Molkenkur in Heidelberg. Ist das nicht ein traumhafter Ausblick?


Am Sonntag geht's dann wieder zurück. In Groß Gerau, kurz vor Mainz, lässt mich Julia raus. Ich fahre ab hier wieder mit dem Rad. Sie fährt mit dem Auto und kommt mir dann per Fahrrad entgegen. 6h40 oder ca. 210km habe ich am Ende in den Beinen und ein super geniales Wochenende hinter mir.

Dienstag, 6. Mai 2008

auch die Laufform nähert sich der Zielgerade

Seit gestern bin ich auch mit meinen Laufleistungen zufrieden. Es fehlen höchstens noch 2-3 schnelle Einheiten. Der 3h30 Marathon auf Lanzarote sollte kein Problem sein.

Heute teste ich die Radform ...