Posts mit dem Label Wettkämpfe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wettkämpfe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 1. August 2008

Roth 2008

Nachdem wir die „Sache“ mit dem Vorderrad geklärt haben und das Leihrad Samstag vormittags abgeholt haben, war es dann soweit.

Es ging zum Rad Check-In. Zum Glück waren wir so früh, daß wir bis zum Kanal runterfahren konnten und dort einen perfekten Parkplatz unter der Brücke gefunden haben. Da es mal wieder angefangen hat zu regnen, konnten wir uns auch keinen besseren Parkplatz wünschen. Im Trockenen haben wir dann das Rad aufgebaut, nochmals gecheckt, Probe gefahren und dann ging’s um kurz nach 1 schon zum Check-In. Zum Glück war es noch leer, so daß ich sofort an der Reihe war und meinen perfekten Radplatz einnehmen konnte: direkt bei den Pro’s, 2. Ständer vor dem Ausgang. Sonst noch Fragen? ;-)


Dann hieß es nur noch, Helm auf’s Rad, Plane drüber, Wechselzone beschnuppern und Laufbeutel abgeben.


Im Anschluß ging es zur Verwandschaft ins Hotel zu Kaffee & Kuchen.

Das Wetter war hundsmiserabel, ich hatte mich schon damit abgefunden, Sonntags im Regen zu starten. Meine Hoffnung lag aber immer noch darin, daß es Samstag ausregnet und Sonntags dann endlich mal die Sonne rauskommt. Pustekuchen! – aber dazu später!

Meine Henkersmahlzeit bestand aus einer Riesenpizza, die wir in der Fürther Altstadt im Rahmen eines Musikfestivals mit komischer Musik gegessen haben. Die Pizza oder meine Aufregung war so groß, daß ich nur die Hälfte geschafft habe... Zum Glück hatte es endlich aufgehört zu regnen...


Widererwartend bin ich gut eingeschlafen, aber nach ca. 3 Stunden war ich dann auch schon wieder wach. Im Bett hin und her gewälzt, immer mal nach draußen gehört – zum Glück kein Regen – und immer wieder kurz eingeschlafen. Um halb 3 ging dann nichts mehr, ich war wach! Es regnet immer noch nicht!


2:55 Uhr – es fängt an zu regnen. Mist! 3 Uhr Wecker klingelt, die Enttäuschung über den Regen ist immens. Wofür habe ich jetzt so lange und hart trainiert? Mein 1. Ironman und dann so ein Wetter?! Das ist unfair!!


2 Milchbrötchen und ein Kaffee zum Frühstück und schon ging’s ab nach Heuberg. Bei der Oberarmbeschriftung war noch nichts los, so kam ich direkt dran. Ab in die Wechselzone und Rad aufpumpen etc. Da es komischerweise noch keine Aufpasser gab, konnte Thomas mit in die Wechselzone. Das war auch gut so, denn die Musik, die laut aus allen Lautsprechern tönte, hat mich schon überfordert. Ich war schon vor dem Start völlig erledigt und hatte Tränen in den Augen. Ich glaube, Thomas habe ich an diesem Morgen ein wenig in den Wahnsinn getrieben. Fragen über Fragen, „wann muß ich was machen?", was mach ich jetzt?", soll ich jetzt oder soll ich noch warten...?“




Und dann war’s soweit! Plane vom Rad, Neo an, Beutel abgeben. Ein letzter Anruf von meinen Eltern, ein letzter Kuß und dann ging’s zum Start. Als ich im Wasser war, war ich sofort viel ruhiger. Die Haka-Tänzer haben gut abgelenkt und irgendwann ging es los. Ohne Startschuß drängt die Gruppe nach vorne, was soll ich machen? Ok – ich schwimme mit, tauche unter der Startlinie her und versuche den richtigen Wasserschatten zu finden. Nach anfänglichen Problemen finde ich ein Opfer, welches mich gut und sicher zur 1. Wendeboje bringt. Dort verliere ich sie dann aber und hänge mich an eine andere, die aber leider einen akuten Linksdrang verspürt und irgendwie nicht geradeaus schwimmen kann. Thomas immer in Sichtweite, besser geht’s nicht. Daumen hoch – ok ich liege gut in der Zeit!



An den Schwimmausstieg kann ich mich nicht richtig erinnern, irgend jemand stand im Wasser und hat mir die Hand gereicht, aber die Zuschauer hab ich definitiv nicht gesehen ;-) Neo runter, Kappe und Brille runter, auf zum Beutel. Dieser steht - natürlich auch perfekt - quasi 2 m vor dem Wechselzelt. Ich habe also viel Zeit. Dank der Helferin im Zelt muß ich mich um nichts kümmern, sie räumt sogar den Neo und den Beutel weg. Ein kurzes Danke und weg bin ich. Auf zum Rad. Da das Rad ja sehr einfach zu finden ist, hab ich hier keine Probleme. Den Kampfrichter der vor meinem Rad steht wird erstmal weggescheucht. Rad aus dem Ständer und – Moment irgendwas stimmt nicht. Ach ja, der Helm! Den muß ich ja noch anziehen. Ok – Rad zurück, Helm und Brille an und los. Raus aus der Wechselzone, rauf aufs Rad, rein in die Schuhe.


Mittlerweile hat es sich eingeregnet aber dank der orangen Brille ist die Welt wieder schön ;-)


Die erste Runde versüße ich mir mit Liedern, die ich mir vorsinge (natürlich nur im Kopf ;-). Kid Rock und „All Summer Long“ wird zu meinem absoluten Lieblingslied. „Zipping Whiskey out the bottle“ und dazu ein Schluck aus der Aero-Flasche – Köstlich! Das Iso ist wirklich zum Abgewöhnen! Aber meine Laune bleibt trotzdem gut. Ich lächle jeden an, der an der Strecke steht. Alle rufen meinen Namen – ich kenne keinen, die Moderatoren heißen mich willkommen und es macht echt Spaß! Thomas steht am Gredinger Berg und will mir Armlinge reichen, paßt schon, so kalt ist es nicht. Ich fahre weiter. Und dann ist es soweit. Auf einmal bin ich in Hilpoltstein und weiß, jetzt kommt der Solarer Berg. Ist er wirklich so toll? JA! Ich fahre und sehe auf einmal nur noch eine Horde Menschen auf der Straße stehen. Ok – und wo soll ich herfahren? Außenrum? Ne, einfach geradeaus und 5 cm vor mir wird ein Weg geöffnet. Laolas, Jubel und alles was sonst noch dazugehört treiben mir die Tränen in die Augen und den Puls in die Höhe. Natürlich bin ich viel zu schnell gefahren, aber das Publikum trägt einen wortwörtlich hoch. Es ist der Hammer! Maria’s Willkommensgruß, den der Moderator noch bei meinem Erscheinen gesagt hat, hab ich auch halb mitbekommen. Jetzt kennt mich wirklich jeder! Weiter geht’s, ab in die 2. Runde.


Es geht echt gut, Thomas ruft mir immer zu, daß ich viel zu schnell unterwegs bin, ca. 20 Minuten vor meiner errechneten Zeit. Das merk ich dann auch zum Schluß. Die 2. Runde ist hart. Der Rücken, der Nacken einfach alles tut weh, das Wetter ist mies und langsam hab ich keine Lust mehr Rad zu fahren. Ich breche ein... Noch 10 km bis zum Wechsel, dehnen, strecken und die Freude endlich von dem Rad zu kommen und loszulaufen!


Hilfe – was ist denn das? Meine Beine staksen und wollen nicht. Also gehe ich zu meinem Beutel. Ab ins Wechselzelt, die Socken wollen nicht ans Bein. Geschätzte Wechselzeit 10 Minuten, zum Glück waren es dann inkl. Pinkelpause nur gute fünfeinhalb... Raus aus der Wechselzone, mittlerweile ist die Sonne rausgekommen, und ab auf die Lauftrecke. Nach 2 Schritten muß ich schon stoppen. Stechende Schmerzen im Bauch, ich muß gehen. Die Zuschauer am Rand feuern mich an, die Läufer, die mich überholen, feuern mich an. Aber es geht nicht. Die Kappe tiefer ins Gesicht – mein Gott ist das peinlich – die Sprüche der Zuschauer versuche ich abprallen zu lassen und bloß nicht heulen. Irgendwann sehe ich Thomas. Ein sorgenvolles Gesicht, er bleibt bei mir. Auf dem Weg zur Lände kommen die Pro-Männer mir entgegen. Und ich gehe immer noch. 5 km Fußmarsch, der Versuch auf’s Klo zu gehen, scheitert daran, daß die Dixie-Klos zugeschlossen sind. Irgendwann besteht dann endlich die Möglichkeit mit den Bäumen im Wald Freundschaft zu schließen. Und zum Glück haben wir Immodium akut Tabletten dabei, welche sehr schnell die Wirkung zeigen...


Ich laufe im Schnitt ein 7-Minuten Tempo; von einer Verpflegung zur Nächsten.


In der Verpflegung gibt’s Cola und Wasser. Thomas ist immer mal wieder irgendwo. Ab km 15 muß ich ab und zu ein paar Gehpausen machen und ich merke, daß mein Magen wieder anfängt zu spinnen. Nächste Tablette und weiter geht’s. Auf dem Weg zum 2. Wendepunkt fängt es wieder an zu regnen. Dicke fette Tropfen prasseln auf uns herab. Meine Eltern und Geschwister, Thomas Mutter + Günther sind alle unterhalb der Brücke und feuern mich an. Alle stehen den ganzen Tag im strömenden Regen – und das Ganze nur weil ich mir die Idee in den Kopf gesetzt habe... - Danke! Weiter geht’s. Ab durch den Wald, durch den Schlamm. Vor der Brücke noch mal eine Gehpause. So langsam hab ich keine Lust mehr! Thomas und fremde Leute feuern mich an und überzeugen mich wieder loszulaufen. Dahinter steht der Rest der Familienbande. Ich laufe einfach weiter. Auf dem Rückweg zur Lände – es hat übrigens aufgehört zu regnen - treffe ich einen Mitstreiter und wir laufen zusammen bis zur nächsten Verpflegungszone. Von dort geht es dann alleine weiter, links abbiegen, die letzten 3 Kilometer, und endlich geht es leicht bergab. Es läuft sich eigentlich ganz gut. Thomas verabschiedet sich irgendwann. Der neue Treffpunkt ist dann das Ziel! Er gibt mir den Tipp den Anstieg vor dem Ziel zu laufen und nicht zu gehen. Wie recht er hat... Den Anstieg hoch um die Ecke und dort stehen sie – die Zuschauer. Ich werde bejubelt, die Leute feuern mich an und ich kann es kaum glauben - ich hab's geschafft! Ich bin fast im Ziel, der Kloß im Hals läßt mich kaum noch atmen.



Julia – reiß Dich zusammen - nur noch 1 km! Ich werde bejubelt, als ob ich der König der Welt wäre und dann sehe ich das Ziel. Ich laufe in das Stadion ein, meine Familie steht am Rand und jubelt – wie die anderen Menschen auch – und - Finish! Ich bin im Ziel! Ich bin ein Finisher! Ich hab's geschafft!


Wie wird es wohl sein, so einen Wettkampf im Trockenen bei gutem Wetter zu erleben? Gute Frage – die Antwort kommt im nächsten Jahr...


Roth 2009 – ich komme!

Freitag, 11. Juli 2008

Wir sind angekommen

Bei über 30°C haben wir die Streckenbesichtigung hinter uns gebracht. Julia ist die Anstiege in Heideck und Greding mit dem Rad gefahren.

Dass der Solarer Berg nichts Wildes ist, hat sie mir dann auch so geglaubt.
Den einzigen Schreckmoment des Tages hatte wir bei dem Versuch das defekte Vorderrad abzuholen.

Zur Erklärung: letzten Sonntag hatte ich einen kleineren Unfall mit dem Wettkampfrad. Das Ergebnis war eine gebrochene Vorderradgabel und eine defekte Speiche. Montag habe ich dann das Vorderrad zur Reparatur eingeschickt. Aussage der Werkstatt war: Kein Problem, wir nehmen das reparierte Vorderrad dann mit nach Roth und ihr könnt es dort bei uns auf dem Messestand abholen.


Wir stehen dann dort auf dem Messestand, allerdings ist das Vorderrad irgendwo verschütt gegangen. Evtl. war der Exressdienst zu langsam oder die Werkstatt oder man hat es einfach vergessen. Im Ergebnis egal, das Vorderrad ist nicht da. Was also tun? Der Mann von TriDynamic war aber sehr nett und hat uns vorgeschlagen das Demorad vom Messestand zu nehmen. Jetzt darf Julia am Sonntag das Vorderrad vom ZIPP-Stand nehmen. Glück gehabt.

Auf das es so weiter geht.

Montag, 7. Juli 2008

Was denn noch?

Eigentlich war ich ja schon soweit zu sagen - das wird schon. Ich bin gut vorbereitet und werde gutes Material in Roth haben.

Aber die letzten 2 Wochen hatten es in sich:
1. Schock - Uhr kaputt. Beim Schwimmtraining ist Wasser reingelaufen, aber wir konnten sie zum Glück trocknen und retten...
2. Schock - Rad kaputt. Thomas ist auf dem Weg zum Treffpunkt für den Saerbeck-Triathlon die Pumpe zwischen Gabel und Rad gefallen. Fazit: Gabel gebrochen, Speiche verbogen.

Noch 6 Tage bis Roth - die Spannung steigt. Hoffentlich kriegen wir das alles noch hin, noch mehr Spannung brauch ich nicht mehr. Ich bin mittlerweile nervös genug!

Freitag, 20. Juni 2008

Mein 1. Triathlon

Also, ich weiß jetzt wann die Vögel morgens anfangen zu zwitschern! Wer kann das denn schon von sich behaupten!? Falls es jemanden interessiert - um 04:10 Uhr! Ja, da war ich schon wach und hab mir so meine Gedanken über den bevorstehenden Tag gemacht. Zum Glück bin ich aber irgendwann noch mal eingeschlafen und dann doch vom Wecker geweckt worden.

Dank Thomas Hilfe bei der Vorbereitung war morgens alles parat; nur das Frühstück wollte nicht sofort rein. Aber was hilft’s? Ich mußte was essen, ansonsten wäre es ein harter Tag geworden!

Um 07:30 machen wir uns also auf den Weg und fahren mit dem Rad die 5 Minuten zur Rohmühle. Thomas hat noch keine Startunterlagen und muß erstmal seine Ligakollegen suchen. Alles beisammen machen wir uns auf den Weg zum Check-In. Helm auf, Startnummer raus, einchecken und jetzt? Ok, auf zu den Frauen und zum Glück ist Thomas dabei. Fühl mich so ein wenig hilflos. Thomas hilft mir meine Wechselzone vorzubereiten, erklärt mir wie, wer, wo und was und macht sich auf den langen Weg zu seiner Wechselzone. Nachdem dann endlich alles vorbereitet und zum 10. Mal kontrolliert wurde, machen wir uns auf den Weg zum Shuttlebus. Zum Glück hält der Bus genau vor uns und wir ergattern noch 2 Plätze. Ich bin super nervös! An den Fähren angekommen, benötigt Eike erstmal Hilfe mit der Anlage. Irgendwie kommt kein Ton aus den Lautsprechern. Nach viel Rumsteckerei klappt es endlich und wir fangen an uns warmzulaufen. OK - eigentlich wollten wir nur auf’s Klo, aber vor den Klo’s war die Schlange einfach viiiiel zu lang ;-)

Das Blöde bei dem Schwimmstart, Thomas und ich starten von 2 verschiedenen Fähren. Ich muß halt die letzten 15 Minuten alleine auf der Wiese verbringen. Als die Rampe runtergeht, geh ich nach vorne und finde mich plötzlich in der 3. Reihe ganz rechts wieder. Oh Mist, das ist doch viel zu weit vorne - aber Thomas hat mir den Tipp gegeben, möglichst weit vorne und möglichst weit rechts zu stehen. Hinter mir ein anderer Neuling und wir unterhalten uns fachmännisch über das wovon wir keine Ahnung haben. Noch 45 Sekunden bis zum Start. Zwei Männer wollen noch unbedingt nach vorne - kein Problem, bevor Ihr uns in den Rücken springt, lassen wir Euch gerne den Vortritt. Ich starte also aus Reihe 5. Köpper in den Rhein, Brille sitzt und weiter geht’s. Dank den noch vorbeifahrenden 3 Tankern sind die Wellen relativ hoch, was das Schwimmen anfangs nicht grade vereinfacht.

Mein Gott, wie lang denn noch? Aber es ist doch nur schwimme - also, keine Panik und nächster Zug. Klappt doch alles wunderbar! Bei der Mauer angelangt, kommt mir Thomas und Christians Tipp ins Ohr. Möglichst ran an die Mauer, in die Fahrrinne und hinter der Mauer im Schlenker ans Land. Krieg ich leider nicht hin und muß zum Schwimmausstieg ganz schön kämpfen. An Land angekommen, Blick auf die Uhr: 26 Minuten. Wow - gar nicht mal schlecht!



Auf in die Wechselzone - mein Gott ist das ganze anstrengend. Neo auf, Neo, Brille, Kappe runter und laufen. Fahrrad gefunden, Neo aus, Trikot brauch ich nicht und weiter geht’s.



Ramersdorf hoch ist anstrengend, aber komischerweise nicht so anstrengend wie sonst.

Das gleiche bei den anderen Anstiegen und das Tempo ist auch kein Problem. Also weiter! Das Publikum tut gut, Emotionen kommen hoch, aber ich muß weiter. In Stieldorf angekommen fängt es an zu regnen. Abfahrt Ramersdorf gießt es! Ich fahre etwas vorsichtiger und erreiche die Wechselzone nach 02:01 Radfahren. Mist - wenn’s nicht geregnet hätte, hätte ich die Radrunde auch unter 2 Stunden geschafft! Aber egal, nächste Disziplin, auf zum Laufen.

Heike und Uli stehen am Rand, klitschnaß und sehen mich noch nicht mal! Wo gibt’s denn sowas? Also mach ich erstmal auf mich aufmerksam und erhalte auch den gehörigen Applaus. Fahrrad in die Wechselzone, Helm und Brille aus, Schuhe an, Kappe und Gel, aber wohin mit dem Schwamm? Egal - wird mitgenommen, keine Zeit zum Überlegen und los geht’s mit dem Laufen. Am Anfang der Laufstrecke stehen meine Eltern und Berhausen. Fototermin der 1. Das Laufen geht locker. Kein Problem. Der erste Blick auf die Uhr nach 2 km. Wie, 11:30 Minuten? Das sind ja 05:45 Minuten pro Kilometer!? Mein Gott bin ich schnell. Die Sonne kommt auch langsam wieder raus und die erste Verpflegung ist auch schon da. Tara möchte mir Cola geben, aber in der 1. Runde brauch ich doch Wasser. Wechselpunkt, endlich sehe ich Thomas, hatte mir ja schon Sorgen gemacht, da ich ihn auf dem Rad nicht an mir vorbeifahren hab sehen. Aber scheint alles gut zu sein, er ist bereits auf der 2. Runde. Nächste Verpflegung, Maria und Co. feuern mich an und immer geradeaus zur nächsten Runde. Papa macht mich noch drauf aufmerksam, daß ich nicht gradeaus laufen darf, sondern rechts abbiegen muß. Danke - wäre ich nicht drauf gekommen ;-)

Hinter der Rohmühle, durch die Wechselzone, diesmal sehen mich auch Heike und Uli und jubeln von vornherein, Thomas ist bereits im Ziel und prostet mir mit einem Bier zu und ich laufe einfach mein super Tempo weiter. Keine Schmerzen, alles super, die Zeiten stimmen! Ich muß aber mal - keine Zeit, nur noch 5 km, das ist quasi die Südbrücke, das schaff ich auch ohne zu pinkeln. Nur noch 4 km, dann die Verpflegung. Bevor ich überhaupt in der Nähe bin, mach ich Maria schon mal auf mich aufmerksam. Ich brauch doch jetzt Cola! Weiter geht’s - auf ins Ziel. Bei Sandy Beach angekommen, höre ich aus den Lautsprechern "Summer Dreaming". Voll motiviert, zieh ich das Tempo noch mal an. 90% sagt die Uhr - ist doch egal, 94% und Papa ruft mir zu, daß ich jetzt gradeaus laufen darf. Ich laufe weiter. Die Uhr am Ziel zeit 03:56. Das kann doch nicht sein! Thomas feuert mich auf den letzten 10 Metern an und läuft außerhalb des Zielkanals mit. 03:57 und ich bin im Ziel. Ich bin fix und fertig, freue mich total und muß erstmal mit den Tränen kämpfen. Gehofft auf 04:30 und im Ziel unter 04:00 Stunden! Ich bin ganz schön stolz!


Der nächste Wettkampf kann kommen!

Mittwoch, 18. Juni 2008

Es gibt auch gute Tage

Am Sonntag fand der Bonn Triathlon statt. Mit gewissen Sorgen ob der Form bin ich für mein Team Bronny.de PSV Bonn in der Seniorenliga an den Start gegangen. Da ich auch noch den Pressebericht schreiben durfte mache ich es mir hier mal leicht :-)

Beginnend auf der Fähre in Niederdollendorf waren 3,8 km Schwimmen, 60 km Radfahren im Siebengebirge und knapp 15 km Laufen an der Rohmühle in Oberkassel zu absolvieren. Für das Team Bronny.de PSV Bonn gingen die Senioren Frank Kugelmeier, Frank Emde, Andreas Rehn und Thomas Hartung an den Start. Nach dem tollen 3. Platz im Vorjahr waren die Ziele für 2008 ambitioniert: Wieder aufs Treppchen, so die Vorgabe. Als Konkurrenz wurden mit Krefeld, SSF Bonn und Witten die üblichen Verdächtigen gehandelt.

Erstmals wurde dieses Jahr eine zweite Fähre für die Liga und alle Staffeln eingesetzt. 5 Minuten nach dem Hauptfeld und bei wiedererwartend gutem Wetter, ertönte das Startsignal. Aufgrund der starken Rheinströmung galt es möglichst lange aber eben nicht zu lange in der Strömung zu bleiben. Wieder auf den Füßen wurde aufs Rad gewechselt. Vorbei an einer unglaublichen Zuschauerkulisse, ging es zum Ausgang der 800m langen Wechselzone und sofort hoch nach Stieldorf und von dort weiter über die anspruchsvollen 60 km durchs Siebengebirge. Leider gab es auch dieses Jahr wieder Beschwerden, dass die Schiedsrichter insbesondere bei den Ligastartern Verstöße gegen das Windschattenverbot zu wenig durchgesetzt haben. Es gab einige Liga-Konnkurenten, die sich bewusst gegenseitig Windschutz gaben obwohl genug Platz vorhanden um fair nach den Regeln zu fahren.

Gegen Ende des Radfahrens zeigten die ersten dunklen Vorboten am Himmel, was die Athleten und Zuschauer zu beginn des Laufens erwarten sollte. Als Thomas Hartung vom Team Bronny.de PSV Bonn als erster Liga-Athlet auf die Laufstrecke ging, wurde aus einem leichten Regenschauer ein regelrechter Platzregen. Glücklicherweise hörte es aber nach knapp 10 Minuten auch wieder auf zu regnen und blieb auch den restlichen Tag trocken.

Thomas Hartung (3:08:02 / Platz 2) wurde zwar bei Kilometer 11 vom Tagessieger Michael Josch aus Witten überlaufen, konnte sich aber auf Platz 2 liegend ins Ziel retten. Bereits 44 Sekunden später überquerte Frank Kugelmeier (3:08:46 / Platz 4) nach gewohnt schnellem Laufsplit als vierter die Ziellinie. Andreas Rehn(3:13:25 / Platz 8) fuhr die schnellste Radzeit des Tages und wurde achter. Frank Emde (3:22:16 / Platz 25) komplettierte mit einer ausgeglichenen Leistung das Quartett und sicherte dem Team Bronny.de PSV Bonn mit großem Abstand von 26 Platzziffern den Tagessieg vor den punktgleichen Teams vom Krefelder Kanu Klub und dem SSF Bonn.

Bereits in zwei Wochen geht es nach Steinbeck (29.06.08) und eine Woche später nach Saerbeck (06.07.08). Hier wird sich zeigen, ob das Team Bronny.de PSV Bonn die perfekte Ausgangssituation bis zum Saisonabschluss am 10.08.08 in Rheine halten kann.

Tja das war schon ein seeeeehr gutes Gefühl. Nachdem ich auf Lanzarote so gar nichts auf dem Rad zu Stande gebracht habe, bin ich in Bonn als zweiter Ligastarter aus dem Wasser gekommen und war bereits am Ausgang der Wechselzone auf Position 1. Es hat nicht ganz gereicht, aber der Michael Josch war schlicht deutlich schneller beim Laufen. Beim nächsten Mal werde ich noch härter Radfahren :-). Schneller laufen ist glaube ich eher unwahrscheinlich.

Das eigentlich Wichtige muss aber Julia schreiben .... stay tuned.

Sonntag, 25. Mai 2008

Ein Tag zum Abgewöhnen

Die Trainingsergebnisse auf dem Rad hatten mir die letzten Wochen etwas Sorgen bereitet. Schwimmen und Laufen sind kein Problem. Aber es sind einfach zu viele harte Radeinheiten dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen.

Fit oder nicht? Das ist wohl die Frage.

Vermutlich ist es diese Ungewissheit, die aus der üblichen und notwendigen positiven Anspannung eine hinderliche Nervosität werden lassen.

Und so klingelt der Wecker um 4:15 Uhr. Das Frühstück fällt der Nervosität zum Opfer. Ein halbes Brötchen, mehr bringe ich nicht runter. 5:30 Uhr fahren wir in Richtung Startareal. Es ist nicht viel los in Puerto del Carmen, einige Athleten und die letzten Discobesucher teilen sich die Strandpromenade.

Ich gehe erst mal zum meinem Rad. Reifen aufpumpen, Flaschen ans Rad, ein letzter Check. Die Wechselbeutel kontrollieren, noch mal aufs Klo, was trinken, noch mal aufs Klo, ein Blick in den Himmel. Eigentlich kann es losgehen. Es fängt auch bereits an zu dämmern. Allerdings ist es erst 6:10 Uhr. Genug Zeit, um noch nervöser zu werden. So extrem habe ich den Druck noch nie verspürt.

Julia und ich sitzen auf einer kleinen Mauer der Strandpromenade und warten. Einen halben Butterkeks esse ich, die 2. Hälfte landet im Müll. Essen geht gar nicht.

Vielleicht hilft ja ein wenig Jogging? Nein auch nicht. Gegen 6:40 gehen wir runter zum Strand. Wenigstens 100m warm schwimmen, danach stelle ich mich in die Reihe. Natürlich nach dem Abschiedskuss ;-)


Der Startkanal ist nur 3-4 Meter breit und ich stehe in der 7 oder 8. Reihe. Eigentlich ziemlich weit vorne denke ich. Ein Trugschluss. 7 Uhr geht es los und bereits nach der ersten Boje (so ca bei 250m) bildet sich ein Stau und ich komme nicht weiter nach vorne. Ich könnte schneller schwimmen, würde auch gerne schneller angehen, kann es aber einfach nicht. Es werden 2 Runden unterbrochen von einem kurzen Landgang geschwommen. 150m raus, dann links, parallel zum Strand bis zu 2 Wendebojen und wieder zurück.

Der Schwimmstart und die übliche Prügelei

Erst auf dem Rückweg von der ersten Runde beruhigt sich das Feld. Allerdings ist jetzt auch vor mir ein großes Loch gerissen. Nach vorne schwimmen ausgeschlossen. Ich schwimme also brav weiter in meiner Gruppe und komme letztlich nach sehr guten 57 Minuten aus dem Wasser. Es wäre bestimmt 2 Minuten schneller gegangen, aber die eigentliche Herausforderung kommt ja erst.

Die Wechselzone macht dem Bonn-Triathlon starke Konkurrenz. Vom Schwimmausstieg bis zum Ausgang der Wechselzone ist es quasi ein halber Tagesmarsch. Den Strand hoch, vorbei an den Wechselbeuteln, von hinten ins Wechselzelt, Neo aus, selber wegpacken, Startnummer an, Radhandschuhe schnappen und weiter geht’s. Vorbei an ca 40 Reihen von Radständern bis ich endlich an meinem Rad bin, Nummer 537, Helm auf und nochmals etwa 30 Reihen. Dann endlich geht es los.

Ich versuche es zumindest. Aber ehrlich gesagt, geht es vom ersten Moment an nicht wirklich vorwärts. Anfänglich schwere Beine habe ich oft. Nur gibt sich das üblicherweise nach spätestens 30 Minuten.

Heute nicht. Bei Km50 habe ich zwar die Frauenspitze eingeholt, allerdings bin ich froh, dass ich hier mitfahren kann. Mir ist das Tempo ständig 1 bis 2 km/h zu schnell. Gut, ich könnte ja auch einfach langsamer fahren. Allerdings werde ich auch so schon regelmäßig von AK-Athleten überholt. Wenn es mit der Quali was werden soll, muss ich wenigstens das jetzige Tempo halten. Und so quäle ich mich von La Santa nach Soo hoch und weiter gegen den Wind runter ans Meer und wieder hoch nach Teguise und noch weiter hoch zum Mirador de Haria. Mitten in den Wolken, ist es hier oben gut kalt. Inzwischen konnte ich auch das Führungsfahrzeug der Frauen nicht mehr halten und bin relativ einsam auf dem Weg zum Mirador del Rio.

Nicht wie in Frankfurt ... hier geht jeder einzeln auf die Strecke

Kurz vor Ye bekomme ich zum ersten Mal zu spüren, was passiert, wenn man den ganzen Tag nichts isst. Bisher habe ich ein halbes Brötchen, einen halben Butterkeks, 1 großes Maxim-Gel und 2-3 Flaschen Powerbar auf der Habenseite. Am letzen steileren Stück vor Ye, gibt mir mein Körper zu verstehen, dass er nicht gewillt ist, das weiter zu tolerieren. Mit 10km/h kämpfe ich mehr gegen das Umfallen und Schieben Müssen, als gegen den Berg an sich. Nach erreichen der Kuppe ist klar, dass ich 1) mehr essen muss und 2) die nächsten 2km bis zum Gipfel sehr vorsichtig sein muss. Teil 2) setze ich sofort um, Teil 1) muss bis zum Gipfel warten. Dort schnappe ich ein Stück Banane, mehr geht sowieso nicht in der zunächst extrem holprigen und danach extrem schnellen Abfahrt runter zum Meer.

Erst unten am Ende der Abfahrt krame ich ein weiteres Gel aus meiner Eigenverpflegung und stecke ein weiteres schon mal in Reserve in die Rückentasche. Nach 10 Minuten wirkt das Gel. Mein Tempo ist wieder in akzeptable Bereiche angestiegen und ich bewege mich langsam wieder nach vorne. D.h. ich überhole auf den nächsten 20km zwei Fahrer.

Ab Tahiche ist es dann wieder vorbei mit dem Angenehmen. Nach einem 90° rechts Knick wird aus Seitenwind wieder heftiger Gegenwind. Nicht genug, am Ende des Anstiegs geht es weiter über ca. 5km übelsten Asphalt. Gutes Kopfsteinpflaster ist dagegen wirklich angenehm. Bis man dann, bei so ca. km 140, auf die Hauptstraße zurück kommt. Jetzt geht es zwar weiter bergauf, allerdings bei perfekter Straßenqualität und Rückenwind. Und so presse ich auf den letzten 30km auch noch ein komplettes Maxim-Gel in mich rein.

Ein wirklicher Negativpunkt für die Strecke ist die teilweise unbeschränkte Streckenfreigabe für den Verkehr. Besonders auf der Zufahrt nach Puerto del Carmen wird mir das für mich deutlich. Auf einer leichten Abfahrt mit starkem Wind von links kommen mir 3 Reisebusse entgegen. Nachdem mich die erste fast von der Straße putzt, bremse ich freiwillig von 60 auf 40 ab.

Ortsrand von Puerto del Carmen

Am Ortsrand sitzt Julia am Straßenrand. Sie macht Fotos und ruft mir irgendwas zu. Verstehen kann ich allerdings nichts. Noch 2-3 Schlenker durch den Ort und dann geht es auch schon auf die Uferpromenade und den letzten Kilometer. 5h41 das ist eigentlich eher indiskutabel. Allerdings nicht aussichtslos. Ich muss eben eine gute Laufleistung hinlegen und so mache ich mich auf den sehr langen Weg durch die Wechselzone. Barfuss wohlgemerkt … und natürlich auf Asphalt.

In der ersten Laufrunde geht's ordentlich vorwärts

Als ich dann endlich auf der Laufstrecke bin, fühle ich mich ganz in meinem Element. Ich habe einen lockeren Schritt und gute Länge. Die ersten 10km gehen in 45 Minuten weg. Das ist mal ein guter Anfang.

Trinken, trinken, trinken ist das Motto. Es wird langsam wärmer und so muss ich zwangsläufig bei km13 die erste Pinkelpause einlegen. Das erklärt so in etwa die 90 Sekunden langsamere Splittzeit auf den dritten 5 Kilometern. Das sind aber alles Peanuts verglichen mit dem was nun kommt. Bei km17 biege ich auf die Promenade vor unserem Hotel ein. Julia wartet dort an der Strecke. Meine Beine sind ganz schön schwer denke ich noch. Ich muss versuchen mehr zu essen. Bei der letzten Verpflegungszone gab es kein Gel, bei der nächsten muss ich was haben, zur Not Cola. 200m weiter stirbt der Motor ab. Meine Beine sind bleischwer und mir ist schwummrig. Ein klassischer Hungerast.


Das Rennen um die Quali ist in diesem Moment beendet. Ich war zwischenzeitlich von Platz 15 in der AK auf den 12. Platz nach vorne gelaufen. Es hätte also reichen können. Hätte, wäre, wenn interessieren mich aber gerade eher weniger. Ich brauche was zu futtern, jetzt. Es hilft nichts ich muss die 500m gehen. Dort stopfe ich 1 Gel, 8 Orangenviertel und 1 Banane in mich. Dazu gibt es 2 Becher Wasser.

Mir ist schlecht. Ich marschiere weiter und überlege mir, dass das ein verdammt langer Tag werden könnte, wenn ich es nicht mehr schaffe meine Oberschenkelkrämpfe zu beseitigen. Nach weiteren 5km marschieren hat sich mein Körper erholt. Die Energieversorgung funktioniert wieder und als wäre nichts gewesen laufe ich wieder 5:00 pro Kilometer. Nur zum Essen und Trinken brauche ich Gehpausen. In der letzten Runde werde ich sogar noch schneller und schaffe auch wieder 4:45er Zeiten.

Nach 10:45 bin ich im Ziel. Etwas enttäuscht, das muss ich wohl zugeben. Aber letztlich war ich eben nicht schnell genug auf dieser Strecke und werde es vermutlich auch nie sein. Ich bin eben doch eher jemand für Stecken, auf denen man auch mal richtig schnell fahren muss und nicht immer nur bergauf/bergab.

Der Zieleinlauf

Fazit: Lanzarote ist nicht meine Insel. Deshalb ist das Fazit auch ein ganz persönliches und vermutlich etwas zu negativ. Die Strecke ist anspruchsvoll und dank einer Radrunde und nur ca. 1500 Teilnehmern ist Drafting so gut wie kein Thema. Die Organisation kommt mit der Athletenmenge gut zu recht. Ich hätte mir aber mehr Informationen vorab gewünscht.

Die Radstrecke ist nur bedingt abgesperrt und man teilt sich an vielen Stellen die Straße mit dem Gegenverkehr. Das macht die sehr windanfällige Strecke noch schlimmer.

Ähnliches gilt für die Laufstrecke. Es gibt keine Absperrung oder Markierung, die Athleten von Zuschauern trennt. Man läuft viel Slalom.

Das Finish war das langweiligste, das ich je erlebt habe. Sowohl mein eigener Zieleinlauf, als auch die Finishline-Party.

Montag, 10. Dezember 2007

Montag, 3. September 2007

Mein erster Triathlon

Ok – leicht gelogen, es war nur eine Staffel - aber immerhin!

Der Bonn-Triathlon war der Auslöser. Heike und ich sind auf die Idee gekommen, was die können, können wir auch! Also, Ausschreibung im Büro und letztendlich hatten wir 3 gemeldete Phoenix Staffeln (1 x Männer, 2 x Frauen) für den Köln Triathlon – Company’s Team Cup am 01.09.



Nachdem alle irgendwelche Wehwehchen die Woche vor dem Triathlon hatten und am liebsten gar nicht an den Start gegangen wären, waren am Samstag um 10:00 Uhr doch alle pünktlich – im schönen Phoenix-Dress – zur Stelle. Auf der Fahrt nach Köln war ich noch relativ ruhig, obwohl die Nervosität seit dem Frühstück auch so langsam bei mir Einzug gehalten hat.
Nachdem wir dann angekommen und geparkt hatten, hieß es Startunterlagen abholen. Ok –kein Problem.
Der nächste Punkt – Räder einchecken, auch kein Problem, ich war ja Schwimmer...

Dann die Wettkampfbesprechung. Ich habe mir nur gedacht, daß ich mir den Neo jetzt schon mal anziehen könnte, zumindest bis zur Hüfte. Habe ja eh immer Probleme rein und rauszukommen. Ging diesmal aber relativ gut. Wettkampfbesprechung und dann hieß es, Schwimmer bitte an den Start. Letzter Fotostop im Neo und Badekappe vorm Schwimmeinstieg. Hoffentlich sieht man auf den Fotos nicht, daß mein Herz schon in der Hose hing...



Ab ins Wasser – Sch... war das kalt. Respekt all denjenigen, die ohne Neo geschwommen sind. Laut Thomas sollte ich in das 3. Drittel der Regattabahn schwimmen und von dort starten. Letzte Glückwünsche noch im Wasser und wir beide haben unsere Startpositionen eingenommen. Um mich rum, alles ruhig, kein Gedränge. Habe mich dann an der Startlinie in 1. Reihe wiedergefunden. Countdown und dann ging’s schon los. Ich bin meinen Rhythmus von Anfang an geschwommen. Irgendwann fiel mir ein, daß mein Trainer ja gesagt hatte, ich solle den Anfang zügig schwimmen. Ok – 20 m, aber das hat auch nicht viel gebracht, also wieder mein Rhythmus. Es gab einige Prügeleien und Beinschläge, aber Thomas hat mich wirklich gut vorbereitet. Dann der Wendepunkt. Zurück ging’s blitzschnell. Ein „super“ Schwimmer (zumindest dachte er das) wollte mich aber nicht vorbeilassen. Außen rum und vorbei – geht doch! Und dann kam schon der Ausstieg. Wie, war’s schon vorbei? Ich war so gut in der Luft, daß ich hätte weiterschwimmen können, kein Problem. Uhr gestoppt und den ellenlangen Weg zur Wechselzone gelaufen. Von dem Weg habe ich nicht wirklich viel mitbekommen, habe die Phoenix-Leute gesehen, irgendwann noch Thomas und dann war ich auch schon in der Wechselzone. Aber wo sind meine Leute?

Keinen gesehen, aber dank der schönen dezenten T-Shirt Farbe, habe ich alle gefunden. Nur meine Radfahrerin nicht!? Kein Wunder, sie kniete schon am Boden und war damit beschäftigt, den Chip von meinem Bein abzunehmen. Blick auf die Uhr 13:55 Minuten. Nicht schlecht! Wollte die 700 m eigentlich in 14 Minuten schwimmen, aber 750 m in 13:55 Minuten sind ja auch nicht schlecht J. Mit dem Rest hatten wir Schwimmer ja dann nicht mehr allzu viel zu tun. Aber ich muß sagen, trotz Muffensausen, hat es ’ne Menge Spaß gemacht! Weiteres kann kommen...!

Samstag, 21. Juli 2007

Neue Ziele müssen her

Ich hatte nicht lange gebraucht, um die Entscheidung zu fällen. Mit so einem Katastrophenrennen wie in Frankfurt kann ich nicht aufhören. Aber noch mal so ein Lutscherrennen wie am 01.07 wollte ich auch nicht erleben müssen.
Welches Rennen liegt in erträglicher Distanz und hat eine selektive Radstrecke? Genau :D Ich stehe inzwischen auf der Teilnehmerliste für den Ironman Lanzarote 2008.

Vom 29.02 - ja das Datum gibts wirklich ;- - 11.03 werden Julia und ich auf Lanzarote ein Trainingslager einschieben. Damit sollte ich bis zum Wettkampf im Mai ausreichende Streckenkenntnis und Radform haben.

Freitag, 6. Juli 2007

Ironman Frankfurt

Der Wettkampf

Ursprünglich wollte ich ja eher am rechten Rand starten. Da ich zu annähernd 100% nach links atme, wäre es einfacher gewesen, das Feld auf dem Weg zur ersten Boje zu beobachten. Wäre … denn beim Einschwimmen fällt mir auf, dass eine riesen Meute Pinguine mit grünen Kappen am rechten Ufer steht und offenbar von dort einen Landstart machen will. Also starte ich doch hinter den Pros. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich nachträglich zeigen sollte.

Der Startschuss ist seltsam unspektakulär. Es gibt eine kurze Einspielung der Nationalhymne und dann ein eher leises Peng. Mehr nicht.

Schwimmen

Egal, jetzt zählt nur eines, hartes Anschwimmen. Bis zur ersten Boje ist das Tempo extrem schnell, aber die Gruppe schwimmt halbwegs diszipliniert, d.h. ohne große Prügelei. Nach der Boje nehme ich Tempo raus und konzentriere mich auch lange gleichmäßige Züge. Und glücklicherweise habe ich auch hier das richtige Tempogefühl, denn auch die Gruppe um mich herum wird etwas ruhiger. Jetzt kommt der eher langweilige Teil, denn der Weg zur 2. Boje ist endlos. Danach wird es angenehmer, denn endlich bilden sich vernünftige Züge. Alle Athleten haben sich in 3 Perlenschnüre eingereiht. Und so kommen der Landgang, die letzte Boje und schließlich der Schwimmausstieg. Endlich raus aus dem Wasser, denke ich und bin gespannt auf meine Zeit. Ich habe wirklich überhaupt keine Ahnung wo ich liege. Es hat sich sehr gut angefühlt. Nicht langsam, aber mit einigen Reserven für die weiteren Disziplinen. Brille hoch und ein Blick auf die Uhr … wow, irgendwas mit 57 Minuten. Sehr geil, neue Bestzeit. Blick zurück nach vorne und noch mal wow da stehen ja meine Fans oder sollte ich lieber Betreuer sagen. Ich winke kurz und dann geht es den Hügel hoch in die Wechselzone.

Radfahren

Am Rad angekommen stelle ich fest, dass es deutlich wärmer ist als erwartet. Kurzerhand entscheide ich mich, dass Trikot liegen zu lassen; Armlinge reichen aus. Auf dem Rad versuche ich betont ruhig anzufahren und werde auch prompt von einigen Fahrern überholt. Es fühlt sich locker an und trotzdem pendelt sich die Uhr bei 39-40 km/h ein. Dann kommt in Bergen-Enkheim der erste Anstieg: the Beast. Hier zeigt sich, dass ich wirklich super Beine habe. Ich sammle einen Fahrer nach dem anderen ein. Nach ca 50km überhole ich Nicole Leder. Wie ich später feststelle habe ich ihr bereits 6 Minuten abgenommen. Leider ist dass das letzte Positive an diesem Tag. Bei km58,9 macht es unvermittelt Peng und mein Hinterrad ist platt. Ein kapitaler Reifenplatzer.

Keine Ahnung was passiert ist. Bereits beim abbremsen, hole ich tief Luft und verdränge eine Mischung aus Entsetzen, Wut und Enttäuschung. Es hilft auch nicht weiter, jetzt muss ich zügig den Schlauch wechseln. Raus mit dem Hinterrad, runter mit dem Mantel. Ein kurzer Check. Nein nichts steckt im Mantel. Also fummel’ ich den neuen Schlauch rein. Ein Zuschauer kommt mir mit einer altersschwachen Standpumpe zu Hilfe. Die ist aber restlos undicht, also schieße ich eine CO2-Patrone in den Schlauch und so geht es nach ca 4 Minuten weiter.

Die ersten Kilometer nutze ich zum Rechnen. Aber die 4 Minuten liegen noch absolut im Rahmen. Im Gegenteil, ich bin immer noch vor dem Zeitplan. Also fahre ich zügig, aber kontrolliert weiter. Vor mir ist es ziemlich ruhig. Ich habe gerade mal 2 oder 3 Fahrer in Sichtweite, als es den kurzen Anstieg hoch zur Burgmeile in Friedberg geht. Oben angekommen höre ich den Sprecher etwas von "jetzt kommt der Pulk" sagen. Was??? Denke ich noch und werde prompt von einem Peloton überrollt. Unglaublich 40-50 Mann in bester Tour-de-France-Manier.

Anfangs lasse ich mich brav zurückfallen und rolle hinter der Gruppe her. Es ist echt unglaublich. Ein Kampfrichter ist da und sieht nur zu. Dann kommt ein weiteres Motorrad dazu und versucht die Gruppe einzubremsen, so dass jeder wieder einzeln fährt. Hilft aber alles nichts und ich muss zugeben, selbst mit ordentlichem Abstand hinter der Gruppe spürt man noch einen sehr angenehmen Sog. Ohne große Anstrengung rolle ich mit 40km/h dahin. 5km vor Bad Vilbel wird es mir dann doch zu unruhig und ich fahre an der Gruppe vorbei nach vorne. Mir ist klar, dass ich den Pulk nicht abhängen kann, aber die anstehenden Kreisverkehre und den Heartbreak Hill will ich doch lieber von vorne fahren. Gesagt getan.

Am Ende der Verpflegungszone am oberen Ende des Heartbreak Hill steht Julia und hat alles parat. Die Verpflegungszonen sind aber vorbildlich. Ich brauche nichts von Julia. Außer! Ja außer einer Ersatz-CO2-Patrone. Also rufe ich ihr kurz zu, dass ich bereits einen Platten hatte und dass sie die Patrone fertig machen soll. Dann werfe ich noch meine Armlinge weg und nehme wieder Tempo auf.

Dummerweise hat Julia wohl gedacht, dass ich die Patrone sofort brauche und kommt kurzzeitig etwas in Panik. Letztlich hat sie aber verstanden, dass ich die Patrone bei der nächsten Verpflegung in Bergen-Enkheim brauche.

In der Abfahrt kommt es wie es kommen muss. Der Zug rollt über mich drüber und ich befinde mich wieder hinter dem Pulk. Was soll’s denke ich mir. Versuch’ sauber zu fahren und nutze trotzdem den Pulk für deine Zwecke.

Das funktioniert ca. 5-6km. Dann geht es in den Theatertunnel; eine relative steile Abfahrt durch eine Senke mit steilem Ausgang. D.h. mit hohem Tempo vom hellen Licht in den dunklen Tunnel. Die Sonnenbrille tut ihr übriges, dass ich ein Schlagloch übersehe und … ja schon wieder ein plattes Hinterrad habe. Das Gefühl der Machtlosigkeit zieht einem wirklich den letzten Zahn. Aber was soll ich machen? Also aufs Neue, Schlauchwechseln ist angesagt. Einen habe ich ja noch.

Keine Ahnung, ob der Schlauch schon defekt war oder ich ihn im Halbdunkel des Tunnels und der Hektik eingeklemmt habe, jedenfalls kommt es wie es kommen musste. Beim Aufpumpen platzt auch mein zweiter und letzter Reserveschlauch.

Das war’s dann also? Naja dann mache ich mich mal auf den Weg zur Wechselzone. Ich ziehe die Schuhe aus, klicke sie in die Pedale und mache mich Barfuss auf den Weg zum Ziel. Aber schon nach 2-3 Metern kommt der Wille zurück. „Scheiß auf die Quali, du kommst ins Ziel, egal wie“ denke ich mir. Hmmm nur wie ohne Hinterrad? Nach einer Weile kommt mir dann die Erleuchtung: die Triathlon-Messe! Also lege ich die ca. 2km Stecke zum Teil gehend zum Teil joggend zurück. Im Zielbereich angekommen, schnappe ich mein Rad und laufe zum erstbesten Stand. „Jungs ich brauche einen Schlauch“. Was Besseres fällt mir nicht ein. Bekomme aber was Besseres, nämlich echten Service :-) „Lass mal, das machen wir schon“ kommt gelassen zurück. Ich darf mich also etwas ausruhen während die 2 Mechaniker mein Hinterrad flicken. OK, der erste Schlauch hat nur ein kurzes Ventil. Sie brauchen also auch 2 Versuche. Aber mit einer Standpumpe kriegt man wenigstens vernünftig Druck auf das Rad.

Inzwischen sind geschlagene 25 Minuten seit dem Reifendurchschlag vergangen. Jetzt geht es endlich wieder zurück auf die Strecke. Von den Zuschauern bekomme ich noch eine Laola mit auf den Weg und dann geht’s ab durch die Mitte. Inzwischen bin ich soweit hinten im Feld, dass ich eigentlich nur noch auf der Überholspur fahre.

Von der zweiten Runde gibt es eigentlich – oder sollte ich besser sagen glücklicherweise – nicht viel zu erzählen. Nach endlosen 5:22:29 steige ich endlich vom Rad.

Laufen

Meine Motivation ist eher mäßig. Ich überlege mir trotzdem, dass ich mit einem 3:20 Marathon noch eine 9:45 schaffen würde. Das hatte die letzten Jahre immer für eine Quali gereicht. Sollte das wirklich noch möglich sein? Egal, ich versuche es und laufe entsprechend zügig an. 48:28 für die erste Runde sind absolut im Rahmen, allerdings zeigt bereits die zweite Runde, dass ich doch ganz schön viel Körner beim Radfahren hab lassen müssen. 51:12 zeigen schon einen deutlichen Trend der dann in der dritten Runde voll durchschlägt. Ab Mitte der dritten Runde fehlt mir einfach die Motivation mich weiter zu schinden. Wofür? Die Quali ist weg und ins Ziel komme ich so oder so. Ein paar Minuten mehr oder weniger machen es nicht aus. Ich nehme mir dann auch in der Mitte der 3. Runde kurz Zeit um bei Julia anzuhalten und ihr wenigstens kurz von meinem ganzen Übel zu berichten.

Nach 3:32:42 ist dann auch der Marathon geschafft und mit einer 9:57:12 beleibe ich immerhin noch sauber unter 10 Stunden.

Ein kurzes Fazit

Die angepeilte Hawaii-Quali ist es nicht geworden. Dazu fehlen ca. 30 Minuten. Ohne Plattfuss hätte es mit großer Sicherheit gereicht. Aber das Material gehört nun mal auch zum Sport dazu. Aber aufhören kann ich mit so einem Wettkampf nicht.


... Bilder kommen noch ...

Mittwoch, 27. Juni 2007

Sonntag rückt näher

Die Generalprobe war gelungen und alles läuft glatt ... dachte ich. Aber das wäre zu leicht und auch zum ersten Mal so einfach. Jetzt kommen die Wehwechen, Zweifel und Probleme.

Soll ich mit Scheibe oder Speichenhinterrad starten? Zumal mein CORIMA-Hinterrad an der Bremsfläche schon ziemlich mitgenommen ist und ich mir nicht sicher bin, ob es die Hölle - das Kopfsteinplasterstück - in Maintal nochmal erträgt. Also lieber Scheibe?
Was macht der Wetterbericht? Das Wetter bringt meine Laune von einem Tiefpunkt zum nächsten.
Auch mein Körper zeigt erste Ermüdung. Eine leichte Aduktorenverhärtung und ständige Schmerzen in der linken Fußsole zwingen mich zu besonderer Ruhe in der letzten Woche. Mehr als ein wenig Schwimmen und Radfahren geht nicht. Laufen lasse ich komplett.

Aber es gibt ja auch Positives. Die Wetterprognose behauptet heute zum ersten Mal stabil, dass am Sonntag gutes Wetter sein wird. Die Form an sich stimmt. Und auch das Material ist fertig für Sonntag.

Gestern haben wir das ganze Geraffel gepackt. Morgen gibt es noch eine Trainingseinheit zur Aktivierung und dann fahren wir Freitagmittag gen Frankfurt.

Und außerdem sind es heute nur noch 99 Tage bis Hawaii :D

Mittwoch, 20. Juni 2007

Gelungene Generalprobe (Teil 3)


Kurz nach der Wechselzone sehe ich auch schon Julia stehen. Sie reicht mir meine Flasche. Genial, kräftig trinken und den Kopf kühlen. 100m weiter, an der Verpflegungsstelle, schmeiße ich die Flasche weg und meine zu den Jungs "die hole ich mir wieder ab". Leichtes Gelächter, mal sehen ob sie es verstanden haben. Der 1. Kilometer ist vollbracht. 3:51 Minuten. So schnell war ich doch gar nicht??? Der ist bestimmt zu kurz gemessen. 2. Kilometer 3:50, 3. Kilometer 3:52. Hmmm bin ich wirklich so schnell? Naja immerhin bin ich noch mit der Spitze in einer Runde. Das gilt es zu verteidigen. Ich lasse mich heute nicht überrunden. Die erste Runde geht zu Ende und tatsächlich, da steht meine grüne Flasche einsam zwischen vielen Plastikbechern. So mag ich das.

Wo bleibt er denn?

Die zweite Runde wird härter. Die Zeiten gehen langsam runter auf 4:10 pro Kilometer. Meine Motivation schwindet zunehmend da ich das Gefühl habe, dass ich durchgereicht werde. Pro Kilometer werde ich bestimmt ein Mal überholt. So gefällt mir das nicht. Erst nach dem Rennen wird mir bewusst, dass die Jungs fast alle aus der Seniorenliga waren und frisch auf die Laufstrecke gegangen waren - 1 Runde nach mir.

In der dritten Runde wird es dann wieder besser, inzwischen habe ich einen stabilen Rhythmus gefunden und außerdem ist es ja auch nicht mehr weit. Trotzdem werde ich am letzten Wendepunkt von Andrea Brede, der ersten Frau, überholt. Was solls, ich gehöre jedenfalls nicht zu den Triathleten die meinen sie müssten bei Profifrauen unbedingt dagegenhalten. Und so komme ich kurz nach ihr ins Ziel.

Mein Fazit habe ich ja bereits vorweggenommen. Es lief sehr viel besser als erwartet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich aus dem Training heraus eine solch schnelle Radzeit hinlegen kann. Zumal da noch einige an Luft drin war. Nur das Laufen macht mir etwas Sorgen. Das hat doch mehr wehgetan als erwartet. Oder kann ich mich an das Gefühl nur nicht mehr richtig erinnern :-) Immerhin sind die letzten Wettkämpfe 2 Jahre her.

Was soll’s ändern kann ich es nicht mehr. Die Form ist da, das Material scheint zu stimmen, meine persönliche Betreuerin ist auch fit, jetzt muss ich nur noch gesund bleiben … Hawaii wir kommen.

Gelungene Generalprobe (Teil 2)

Nach ca. 1km geht es bereits in den giftigen Anstieg von Ramersorf hoch nach Holtorf. Auch hier gilt zügig aber kontrolliert. Da ist sie wieder, dieses Mal gehe ich aber sofort vorbei und gewinne auch schnell Boden. Bis ins Ziel sollte ich die spätere Zweitplatzierte auch nicht mehr sehen.

Weiter oben fahre ich auf Christian vom PSV auf. Allerdings will er es oben auf dem flacheren Stück wissen. Zusammen mit 2 weiteren Athleten fährt er mir weg. Ich lasse sie aber bewusst fahren. Bei Tempo 40 muss ich erst mal meinen Puls in den Griff kriegen 85% hatte ich mir zum Ziel gesetzt.

Auch in der Abfahrt nach Birlinghoven werde ich überholt und auf der Anfahrt zum 2. Anstieg in Uthweiler noch mal. Wenn das so weiter geht???

Im Anstieg nach Söven beginnt sich das Blatt zu wenden. Erst mal sammele ich die 2 Jungs wieder ein. In der anschließenden Abfahrt noch mal 2. Es fängt an Spaß zu machen. Inzwischen sind wir im Pleißtal. Kilomter 20 oder so. Dumm nur, dass meine 3/4 Liter Flasche bereits über die Hälfte leer ist. Das kommt davon wenn man 1h im schwarzen Neo in der Sonne herum steht. Ich versuche etwas sparsam mit meinem Wasser umzugehen.

Die erste richtige Prüfung steht bevor. Der Anstieg von Lanzenbach nach Westerhausen. Ich fahre wie üblich locker und flüssig unten in den Anstieg. Ca. 200m vor mir sind 2 Athleten. Das ist eine Ewigkeit bei geschätzten 15% Steigung. Trotzdem den ersten hole ich noch vor dem Ende des Steilstücks, den 2. kurz vor der Kuppe.

Jetzt wird es ruhiger im Feld. Hin und wieder kann ich auf den längeren Geraden im Hanfbachtal ein Trio vor mir sehen. Die sind aber weit weg. So geht es ziemlich einsam rauf und runter, rechts und links, im wesentlichen aber leicht ansteigend geradeaus auf Hanf zu. Dort ist endlich die Verpflegung erreicht. Ich schnappe mir eine Flasche und nehme zusätzlich eine in die Hand und trinke einen kräftigen Schluck. Leider geht es aber auch sofort in 4. Anstieg hoch nach Sassenberg, also weg mit der Flasche und aufs kleine Blatt. Ich kurbele gleichmäßig, sitzend. Erst auf dem 19er, dann auf dem 21er, dann auf dem 23er ... Puh das zieht ganz schön in die Beine. Ich schalte wieder aufs 19er und gehe aus dem Sattel. Ist ja nicht mehr weit und oben wird es wieder flacher. Ich werde wieder schneller, seltsam das Trio vor mir scheint kaum zu beschleunigen. Ich komme schnell näher. Oben in Sassenberg angekommen habe ich Christan wieder eingeholt und gehe gleich nach vorne. Ab hier geht es fast Eben weiter bis zur langen und schnellen Abfahrt runter ins Pleißtal. Auf der Abfahrt geht Christian wieder nach vorne. Soll mir recht sein. Auch ohne Windschatten ist es angenehmer einen Bezugspunkt zu haben. Also hoch nach Oberpleiß und wieder runter durch die Senke nach Thomasberg hoch. Dort kommen erstmals wieder 3 Athleten ins Visier.

Heisterbachrott ist erreicht, jetzt kommt noch 1 Anstieg bevor es dann auf die Laufstrecke geht. Ich packe mein Powergel aus und trinke noch mal einen kräftigen Schluck. Ein kleine Gegensteigung, ich fahre auf Christian auf und ziehe vorbei. Vorbei am Kloster Heisterbach geht es auf dem 11er Ritzel. Dann gaaaaaanz links ausholen und zügig um den Abzweig zum letzten Anstieg, zurück nach Vinxel. Die 3 Jungs kommen näher, 1, 2 und 3. Oben angekommen bin ich wieder alleine.

Nicht ganz, in Holtdorf fahre ich auf einen Linienbus auf. Tja die Strecke ist eben nicht voll gesperrt. Gott sei Dank kann ich ihn aber noch vor der Abfahrt überholen. Jetzt gilt es sich auf das Laufen einzustellen. Locker treten, meine Uhr von der Halterung abnehmen und ums Handgelenk binden, noch ein letzter Schluck (mehr ist sowieso nicht mehr in der Flasche), Schuhe ausziehen und dann kommt auch schon die ewig lange Wechselzone.

Wie haben das eigentlich die Neandertaler gemacht? Sind die Barfuss einfach nicht gerannt? Mir tun jedenfalls die Füße weh. Wo bleibt denn meine Wechselbox? Die Zuschauermenge und der Radau entschädigt aber für die Schmerzen. Hier ist echt eine Klasse Stimmung.

So nun aber, Fahrrad einhängen, Helm ab, rechter Socken, rechter Schuh, linker Socken, linker Schuh. Noch die Kappe schnappen und ab geht’s ...

Gelungene Generalprobe

Der Bonn Triathlon war nach anfänglichem Unmut wegen knapp 40 Minuten Startverzögerung eine rundum gelungene Generalprobe für den Frankfurt Ironman. Eigentlich so gar mehr als das, ich muss wohl meine eigenen Ziele etwas nach oben korrigieren … aber fangen wir vorne an.

Den Wecker hatte ich bewusst früh gestellt. Es sollte ja eine Generalprobe werden. 6 Uhr oder 4 Stunden vor dem Start. Puhhh sehr früh. Das Frühstück muss ich entsprechend alleine "genießen". Das halbe Baguette mit Honig ist kaum zu bezwingen, so früh auch kaum verwunderlich. Gegen 8 Uhr fahren wir dann zum einchecken zur Rohmühle. Es ist schon angenehm, wenn man sich einfach aufs WK-Rad setzt und zum Start rollen kann :-)

Das Einchecken ist schnell passiert. Anstellen muss ich mich nicht wirklich und so bin ich nach knapp 10 Minuten auch schon fertig. Danach geht die Warterei auf den Start los. Zuerst lümmeln Julia und ich auf einer Parkbank herum und beobachten - oder soll ehrlich sein, lästern über - diverse Triathleten. Gegen 9 Uhr mache ich mich dann aber auf den Weg zum Schwimmstart. Die Shuttlebusse fahren regelmäßig und 10 Minuten später sitze ich auf dem Rasen an der Fähre in Niederdollendorf und warte schon wieder. Ziemlich lange sogar.
9:50 Uhr, noch 20 Minuten, also gehe ich mich mal ein wenig warm laufen. Ein wenig Spannung in die müden Glieder pumpen.
10:00 Uhr, noch 10 Minuten, ich ziehe den Neo an. Aber nur bis zur Hüfte.
10:05 Uhr, wir gehen auf die Fähre. Die erste Startgruppe umfasst alle Einzelstarter bis AK35, also auch mich. Ich stehe irgendwo in Reihe 4 oder 5. Soll ich nach vorne drängeln? Ach quatsch, du willst sowieso locker anschwimmen. Aber die sehen so langsam aus um mich herum ... die üblichen Denkspielchen eben.
10:15 Uhr, die Fähre legt ab, es wird ernst. Ich ziehe den Neo an und richte die Brille.
10:30 Uhr, immer noch kein Start. Im Gegenteil jetzt heißt es 10 Minuten Verzögerung weil noch Schiffe auf dem Rhein stromaufwärts unterwegs sind. Mir ist warm, ich habe Durst und keine Lust mehr. Neo runter bis zur Hüfte.
10:40 Uhr, immer mehr Athleten ziehen den Neo wieder aus. Ich nehme die Badekappe ab, meine Haare sind gut nass geschwitzt.
10:50 Uhr, immer noch nichts neues
10:55 Uhr, die letzten 3 Schiffe erreichen unsere Position. Ein Blick in Richtung Rohmühle zeigt, dass der Rhein jetzt frei ist. Die Unruhe steigt wieder und wir ziehen uns wieder an.
11:00 Uhr, wir stehen jetzt inzwischen 1 Stunde auf der Stelle. Der Start muss jeden Moment erfolgen. Die Bugklappe senkt sich. Eine rote Leuchtkugel wird abgeschossen und dann geht es los.

Ich empfinde den Start als äußerst angenehm. OK ich hätte weniger Wellen erwartet. Aber durch die Strömung wird das Feld so schnell auseinander gerissen, dass keine engen Pulks entstehen. Überhaupt kein Gedränge, aber auch keinen Wasserschatten. Macht aber nichts, ich komme schnell ins Gleiten und mache einige Plätze gut.

Auf der 2. Hälfte schwimme ich auf eine Profifrau auf - zu erkennen an der violetten Badekappe. Also hänge ich mich hinten rein, Kopf runter, lange Züge, Kraft sparen. Sieh zu dass du den Puls runter kriegst, denke ich mir. Der Ausstieg - oder soll ich sagen Aufstieg - hat es in sich. Der erste aber auch einzige Fehler an diesem Tag. Denn besagte Profiathletin und damit ich hinter ihr, schwimmt viel zu spät zum Ausstieg. Am Ende muss ich noch mal 30-40 Sekunden Sprint einlegen um nicht am Ausstieg vorbei getrieben zu werden.

Dann raus aus dem Wasser und hoch zur Wechselzone. Den langen Weg bis zu meinem Rad versuche ich locker zu bleiben. Denn nach dem Wechsel geht es ja wieder direkt weiter bergauf nach Holtorf. Da sehe ich mein rotes Handtuch und meine weißen Laufschuhe. Äh Nein, dass ist gar nicht mein Rad. Wo ist mein Rad? ... Nach einer kurzen Schrecksekunde geht es weiter, bis zu meinem Rad sind es noch gut 30m. Neo aus, Helm auf, Brille auf, Startnummernband umgeschnallt und weiter geht es. Das übliche eben ...

Donnerstag, 3. Mai 2007

Fazit: Bonn Marathon

Tja ein Fazit ziehen ist schwierig.

Ich hatte mir eine 3h-Zeit vorgenommen und bin 2:58 gelaufen. Was will man mehr?

Eine Einschätzung meiner Form wäre das Ziel gewesen. Wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht genau einschätzen, wie viel schneller gegangen wäre. Sehr viel schneller nicht. Aber was hat die Hitze ausgemacht. Viele Läufer hatten Probleme. Die Pro's sprechen von ca. 5 Minuten die auf die Hitze zurückzuführen sind.

Am Ende muss ich aber hoch zufrieden sein. Den Leistungstest habe ich verletzungfrei bestanden und die Beine sind nach 1 Woche schon wieder fit.

Einer meiner Arbeitskollegen und Namensvetter ist beim Firmenlauf-Halbmarathon gestartet und bei Kilometer 18 kolabiert. Verdacht auf Herzinfarkt. Wenn man das hört, sind alle Fragen zum Thema Fazit beantwortet: ich bin gesund und fit!

Thomas, alles Gute von mir und Julia, vielen Dank für die Unterstützung.

Montag, 23. April 2007

Bonn Marathon

Triathleten sind ja schon bescheuert und ich bin einer von ihnen ... das ist mein Fazit des 22.04.2007.

An seinem 35. Geburtstag einen Marathon laufen, ist an sich schon grenzwertig. Aber den Marathon auch noch unter 3 Stunden laufen zu wollen, ist einfach bescheuert. Wieso tut man sich sowas an? Das habe ich mich von Kilometer 32 bis 42 gefragt.

Zurück zum Anfang. Geplant hatte ich einen glatten 3h-Marathon. Ich wollte sehen wo meine Form steht. Ich wollte auf keinen Fall 100% geben müssen. Trotzdem wollte ich mal sehen was denn geht. 4:14 auf den Kilometer sollten eine kleine Reserve schaffen, mehr nicht.

Gestartet bin ich mit mit dem 3h-Zugläufer. Allerdings ist mir das Tempo einfach zu langsam und prompt steht bei Kilometer 1 eine 3:58 auf der Uhr. Viel zu schnell. Bremsen, bremsen, bremsen.

Julia war vor dem Start noch mal nachhause gefahren. Sicherheitshalber. Denn ich hatte meine Voltaren-Tabletten vergessen - wegen dem Rücken. Bei T-Mobile steht sie dann und wartet auf mich. Alles bestens, ich gebe ihr ein Zeichen, dass ich nichts brauche. Kein Trinken, keine Schmerzmittel. Kilometer 7 geht es zurück über die Kennedybrücke. Die Zeiten sind immer noch zu schnell, aber unten am Rhein herrscht ein ziemlicher Gegenwind und hier bilden sich Grüppchen die es zu halten gilt.
Kilometer 14 Julia rollt auf dem Rad neben her. Die Ludwig-Ehrhard-Allee bietet mit ihren 4 Spuren auch mehr als genügend Platz ;-) Da es langsam warm wird, machen wir aus, dass ich auf auf der Kennedyallee eine Pinkelpause einlege und mein Windstopper-Undershirt ausziehe.

Julia nimmt das etwas zu ernst. Bei km 15, just an der Ecke zur Kennedyallee legt sie einen Salto vorwärts hin - incl Fahrrad wohlgemerkt. Schuld ist ein Hund, bzw. die quer über den Weg gespannte Hundeleine. Ich lege also meinen Boxenstopp ein und sehe was passiert ist. Erste Antwort: "nichts passiert, nur die Kette ist runter". Na wenn das mal stimmt? Ich laufe weiter und versuche meine Gruppe wieder zu kriegen.

Bis zum Halbmarathon ist alles wieder im Griff. Julia ist wieder in der Nähe und bis auf leichte Schmerzen in der Schulter und einer aufgeschürften Hand ist nichts passiert. Auch die Zeit ist im Griff: 1:27:41 ... perfekt denke ich. Übrigens holen wir gerade Joey Kelly wieder ein. Der war mir doch tatsächlich bei Km 4 weggelaufen.

Bis Km 22 - wir sind in Mehlem - geht es doch spürbar bergauf und dann rechts um die Ecke zurück in Richtung Bonn. Der Gegenwind ist überstanden. Dafür ist aber auch die Kühlung weg und die Gruppe, die sich aufgrund des Gegenwinds gebildet hatte, splittert spürbar auf. Nach fünf Kilometer (Km 26) bin ich alleine und laufe in Richtung Friesdorf. Julia hat sich bereits nach vorne verabschiedet. In Friesdorf wartet mein "Fanclub" bestehend aus Julia, Renate, Maria, Jo, Otto, Günter, Henry und meiner Mutter. Es gilt also gut auszusehen :D




Danach wird es anstrengend. Km 30 ist erreicht, die Wärme wird zur Hitze, der Körper will so langsam nicht mehr und Zuschauer sind hier auch nicht allzu viele. Kurz gesagt, jetzt kommt die Passage in der hauptsächlich der Kopf zählt.
"Julia nervt" denke ich ... sorry Süße das ist keine Kritik und du weißt ja auch wie ich es meine ... ich will meine Ruhe und am liebsten im Ziel sein. Eigentlich nervt jeder, die Strecke und am meisten die Schmerzen in den Beinen. Wieso fällt es mir inzwischen so schwer das Tempo unter 4:30 pro Kilometer zu halten?

Julia baut mich auf. Sie kontrolliert den Zeitplan. Ich bin noch auf Kurs. Also immer weiter laufen, nicht locker lassen.

Dann ist endlich der Kilometer 40 erreicht. Eben noch 2 Kilometer, denke ich und werde just in diesem Moment von der 3h-Gruppe eingeholt. Ein leichter Anflug von Unsicherheit macht sich breit. Kann ich das Tempo halten? Hat sich Julia verrechnet? Mein blutleeres Hirn ist sowieso nicht mehr in der Lage sowas nachzurechnen.

Alles Geben ist jetzt das Motto. Keine Ahnung wie, aber ich schaffe es tatsächlich die letzten 1,2 Kilometer wieder auf das 4:14er Tempo zu beschleunigen und laufe nach 2:58:47 über die Ziellinie.