Nach ca. 1km geht es bereits in den giftigen Anstieg von Ramersorf hoch nach Holtorf. Auch hier gilt zügig aber kontrolliert. Da ist sie wieder, dieses Mal gehe ich aber sofort vorbei und gewinne auch schnell Boden. Bis ins Ziel sollte ich die spätere Zweitplatzierte auch nicht mehr sehen. Weiter oben fahre ich auf Christian vom PSV auf. Allerdings will er es oben auf dem flacheren Stück wissen. Zusammen mit 2 weiteren Athleten fährt er mir weg. Ich lasse sie aber bewusst fahren. Bei Tempo 40 muss ich erst mal meinen Puls in den Griff kriegen 85% hatte ich mir zum Ziel gesetzt.
Auch in der Abfahrt nach Birlinghoven werde ich überholt und auf der Anfahrt zum 2. Anstieg in Uthweiler noch mal. Wenn das so weiter geht???
Im Anstieg nach Söven beginnt sich das Blatt zu wenden. Erst mal sammele ich die 2 Jungs wieder ein. In der anschließenden Abfahrt noch mal 2. Es fängt an Spaß zu machen. Inzwischen sind wir im Pleißtal. Kilomter 20 oder so. Dumm nur, dass meine 3/4 Liter Flasche bereits über die Hälfte leer ist. Das kommt davon wenn man 1h im schwarzen Neo in der Sonne herum steht. Ich versuche etwas sparsam mit meinem Wasser umzugehen.
Die erste richtige Prüfung steht bevor. Der Anstieg von Lanzenbach nach Westerhausen. Ich fahre wie üblich locker und flüssig unten in den Anstieg. Ca. 200m vor mir sind 2 Athleten. Das ist eine Ewigkeit bei geschätzten 15% Steigung. Trotzdem den ersten hole ich noch vor dem Ende des Steilstücks, den 2. kurz vor der Kuppe.
Jetzt wird es ruhiger im Feld. Hin und wieder kann ich auf den längeren Geraden im Hanfbachtal ein Trio vor mir sehen. Die sind aber weit weg. So geht es ziemlich einsam rauf und runter, rechts und links, im wesentlichen aber leicht ansteigend geradeaus auf Hanf zu. Dort ist endlich die Verpflegung erreicht. Ich schnappe mir eine Flasche und nehme zusätzlich eine in die Hand und trinke einen kräftigen Schluck. Leider geht es aber auch sofort in 4. Anstieg hoch nach Sassenberg, also weg mit der Flasche und aufs kleine Blatt. Ich kurbele gleichmäßig, sitzend. Erst auf dem 19er, dann auf dem 21er, dann auf dem 23er ... Puh das zieht ganz schön in die Beine. Ich schalte wieder aufs 19er und gehe aus dem Sattel. Ist ja nicht mehr weit und oben wird es wieder flacher. Ich werde wieder schneller, seltsam das Trio vor mir scheint kaum zu beschleunigen. Ich komme schnell näher. Oben in Sassenberg angekommen habe ich Christan wieder eingeholt und gehe gleich nach vorne. Ab hier geht es fast Eben weiter bis zur langen und schnellen Abfahrt runter ins Pleißtal. Auf der Abfahrt geht Christian wieder nach vorne. Soll mir recht sein. Auch ohne Windschatten ist es angenehmer einen Bezugspunkt zu haben. Also hoch nach Oberpleiß und wieder runter durch die Senke nach Thomasberg hoch. Dort kommen erstmals wieder 3 Athleten ins Visier.
Heisterbachrott ist erreicht, jetzt kommt noch 1 Anstieg bevor es dann auf die Laufstrecke geht. Ich packe mein Powergel aus und trinke noch mal einen kräftigen Schluck. Ein kleine Gegensteigung, ich fahre auf Christian auf und ziehe vorbei. Vorbei am Kloster Heisterbach geht es auf dem 11er Ritzel. Dann gaaaaaanz links ausholen und zügig um den Abzweig zum letzten Anstieg, zurück nach Vinxel. Die 3 Jungs kommen näher, 1, 2 und 3. Oben angekommen bin ich wieder alleine.
Nicht ganz, in Holtdorf fahre ich auf einen Linienbus auf. Tja die Strecke ist eben nicht voll gesperrt. Gott sei Dank kann ich ihn aber noch vor der Abfahrt überholen. Jetzt gilt es sich auf das Laufen einzustellen. Locker treten, meine Uhr von der Halterung abnehmen und ums Handgelenk binden, noch ein letzter Schluck (mehr ist sowieso nicht mehr in der Flasche), Schuhe ausziehen und dann kommt auch schon die ewig lange Wechselzone.
Wie haben das eigentlich die Neandertaler gemacht? Sind die Barfuss einfach nicht gerannt? Mir tun jedenfalls die Füße weh. Wo bleibt denn meine Wechselbox? Die Zuschauermenge und der Radau entschädigt aber für die Schmerzen. Hier ist echt eine Klasse Stimmung.
So nun aber, Fahrrad einhängen, Helm ab, rechter Socken, rechter Schuh, linker Socken, linker Schuh. Noch die Kappe schnappen und ab geht’s ...
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