Dienstag, 10. Juli 2007
Wien - wir kommen!
Freitag – 06.07.07
Leider habe ich mich bei meiner Planung etwas vertan. Laut meinem Wissenstand, dauert die Fahrt nach Dortmund max. 1 Stunde – ich sollte mir wirklich öfter mal den Atlas anschauen ;-)
Also, ich hatte Flüge ab/bis Dortmund mit Germanwings gebucht. Thomas hat vormittags noch gearbeitet, teils in der Firma, teils zu Hause. Um 13:30 Uhr sind wir dann losgefahren. In guter Hoffnung – etwas mehr als 3 Stunden sollten ja eigentlich reichen!
In Beuel ging’s schon los. Aber warum höre ich auch auf Thomas? Ich fahre diesen Weg jeden Morgen mit dem Auto zum Büro, ich weiß, daß man auf dieser Spur nur links fahren kann und nicht geradeaus... Also, 10 Minuten Sucherei durch die kleinen Nebenstraßen von Beuel um wieder zurück auf die Hauptstraße zu gelangen. Endlich auf der Autobahn nahm das Grauen dann seinen Lauf. Ab Köln ging es nur noch langsam voran. Wir waren aber immer noch guter Hoffnung. Nachdem eine Baustelle nach der anderen kam, schwand unser Mut allerdings ein wenig.
15:00 Uhr – so langsam wird’s knapp. Stau auf der Autobahn und nur Stop&Go. Ok – runter von der Autobahn und hoffen, daß wir noch pünktlich ankommen.
15:15 Uhr immer noch nicht am Flughafen, sondern irgendwo auf einer Bundesstraße in Dortmund. Kein Ende in Sicht.
15:35 Uhr – Flughafen gesichtet.
15:40 Uhr – Fahrt ins Parkhaus P5 und strammer Fußmarsch zu den Terminals (ca. 10 Min.)
15:50 Uhr – Wir haben’s geschafft!
Ehrlich gesagt hatten wir beide nicht mehr damit gerechnet, den Flug noch zu erreichen. Wenn wir uns an das Tempolimit gehalten hätten, wäre es bestimmt noch schwieriger geworden, den Flug zu bekommen. Last CheckIn wäre um 16:10 Uhr gewesen.
Endlich in Wien angekommen, haben wir erstmal unser Hotel gesucht und auch ohne weitere Probleme gefunden. Das Hotel war modern und nett, unser Zimmer im 6. Stock mit Balkon und Blick in den Hof bzw. vom Balkon über die Dächer von Wien auf’s Zentrum.
Da es schon 20:00 Uhr war, haben wir uns relativ schnell wieder in die Innenstadt bewegt und nach einiger Sucherei auch ein österreichisches Restaurant gefunden. Pfifferlinge und Semmelknödel bzw. Käsespätzle und natürlich das obligatorische Bier haben dann ganz gut getan. Zum Nachtisch und beim nächtlichen Bummel durch Wien gab es noch ein lecker Eis.
Samstag – 07.07.07
Ausschlafen – ok um 08:00 Uhr waren wir schon wach. Suche nach dem Café Zentral, ein von Olli und Dörte empfohlenen Kaffeehaus, und ein Wiener Frühstück (bestehend aus Brötchen, Honig, Aprikosenmarmelade, weiches Ei und Kaffee). Nachdem wir gut gestärkt waren, ging’s zum Shoppen in die Stadt. Dort waren wir auch relativ erfolgreich. Mittags, als sich wieder der kleine Hunger eingestellt hat, sind wir ins Pfiff (bzw. Tresznjewski). Kleine belegte Brote und ein 0,1 l Bier haben uns erstmal weitergeholfen.
Nachmittags, nachdem uns schon die Füße weh taten, sind wir zurück ins Hotel, haben den Computer geholt und sind in ein Café mit kostenlosem Internetanschluß gegangen. Nach 2 Kaffee, 1 Stück Kuchen und viel Rumrecherchierei haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht und ein wenig Tour de France geschaut. Zum Abendessen sind wir in der Nähe von unserem Hotel geblieben. Salat, Spareribs bzw. Hühnchen und Apfelstrudel sollten eigentlich unseren Hunger stillen. Haben sie anfangs auch. Jedoch ging es mir auf dem Rückweg ins Hotel immer schlechter. Magenkrämpfe und Übelkeit haben mir den Heimweg wirklich nicht einfach gemacht. Irgendwann, während des Boxkampfes im Fernsehen, hat sich mein Magen ein wenig beruhigt und ich konnte in Ruhe einschlafen.
Sonntag – 08.07.07
Wir sollten mal wieder lernen, länger zu schlafen. Wenn man um 07:30 Uhr aufsteht, ist es schwierig sonntags um 09:00 Uhr irgendwo frühstücken zu gehen. Nachdem wir erfolglos vor ein paar geschlossenen Cafés standen, haben wir uns um den ersten Hunger zu stillen, erstmal eine Kleinigkeit in der Bäckerei geholt. Zurück im Hotel hieß es packen, auschecken und wieder zurück zum Café, welches mittlerweile geöffnet war.
Gut gestärkt, ging es dann zum Schloß Schönbrunn. Nett – aber ziemlich groß und ziemlich touristisch. Der Schloßpark und der alte Brunnen haben uns besser gefallen, als das Schloß an sich. Oder war es doch nur das Faulenzen auf der Bank und das fachmännische Dokumentieren der Jogger/Läufer ;-) ?
Noch ein wenig Bummeln in der Stadt, ein Kaffee und Stück Torte im Café Central, ein vergeblicher Besuch im Kaffeemuseum und ein langer Spaziergang u.a. über den Uni-Campus rundeten unseren Wien-Aufenthalt dann ab.
Der wirklich interessante Teil kam dann erst am Flughafen. Der CheckIn sollte um 16:45 Uhr aufmachen, d.h. natürlich daß man sich spätestens um 16:15 Uhr anstellen muß!
Auf der Suche nach Mc Donalds hatten wir den Flughafen innerhalb von 30 Minuten durch.
Das Boarding war dann auch wieder interessant. Man stellt sich am besten, sobald man vor dem Gate steht, sofort in eine Schlange, damit man auch ja den besten Sitzplatz bekommt! Von Passagierzahlen, die normalerweise bei Germanwings-Flügen aufgerufen werden, war weit und breit keine Spur. In der Maschine saßen wir dann Anfangs hinter der Notausgangsreihe. 3 Wuchtbrummen vor uns und diverse intellektuelle Gesprächsthemen zwangen uns leider weiter nach hinten umzuziehen. Nach Ankunft in Dortmund haben wir’s erstmal hinbekommen, daß wir kostenlos parken konnten (dank den Expedienten-Rabatten). Ok – so einfach war’s dann auch nicht, man hätte es vorab anmelden müssen etc...
Die nächste Frage stellt sich dann auch, laufen wir die 10 Minuten zurück zum Parkhaus oder nehmen wir den Shuttle-Bus? Wir nehmen den Bus! Der Bus wurde immer voller und voller, was natürlich selbstverständlich war, da eine Air Berlin Maschine aus Mallorca und eine Germinwings Maschine aus Wien zeitgleich gelandet waren. Aber anstatt einen Zusatzbus zu den Stoßzeiten einzusetzen, verharrt man auf dem Zeitplan. Nach 10 Minuten genervten Rumstehen bzw. Sitzen im Bus waren wir endlich am Auto und sind ohne Stau um 22:05 Uhr zu Hause angekommen.
Fazit: trotz der „kleinen und großen“ Hindernissen hatten wir ein schönes, heißes und sonniges Wochenende.
Thomas hat sich auch schon direkt auf den Wochenanfang gefreut. Auf der Fahrt nach Dortmund hatte er erfahren, daß er Montag morgens direkt nach Bahrain fliegen darf...
Freitag, 6. Juli 2007
Ironman Frankfurt
Der Wettkampf
Ursprünglich wollte ich ja eher am rechten Rand starten. Da ich zu annähernd 100% nach links atme, wäre es einfacher gewesen, das Feld auf dem Weg zur ersten Boje zu beobachten. Wäre … denn beim Einschwimmen fällt mir auf, dass eine riesen Meute Pinguine mit grünen Kappen am rechten Ufer steht und offenbar von dort einen Landstart machen will. Also starte ich doch hinter den Pros. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich nachträglich zeigen sollte.
Der Startschuss ist seltsam unspektakulär. Es gibt eine kurze Einspielung der Nationalhymne und dann ein eher leises Peng. Mehr nicht.
Schwimmen
Egal, jetzt zählt nur eines, hartes Anschwimmen. Bis zur ersten Boje ist das Tempo extrem schnell, aber die Gruppe schwimmt halbwegs diszipliniert, d.h. ohne große Prügelei. Nach der Boje nehme ich Tempo raus und konzentriere mich auch lange gleichmäßige Züge. Und glücklicherweise habe ich auch hier das richtige Tempogefühl, denn auch die Gruppe um mich herum wird etwas ruhiger. Jetzt kommt der eher langweilige Teil, denn der Weg zur 2. Boje ist endlos. Danach wird es angenehmer, denn endlich bilden sich vernünftige Züge. Alle Athleten haben sich in 3 Perlenschnüre eingereiht. Und so kommen der Landgang, die letzte Boje und schließlich der Schwimmausstieg. Endlich raus aus dem Wasser, denke ich und bin gespannt auf meine Zeit. Ich habe wirklich überhaupt keine Ahnung wo ich liege. Es hat sich sehr gut angefühlt. Nicht langsam, aber mit einigen Reserven für die weiteren Disziplinen. Brille hoch und ein Blick auf die Uhr … wow, irgendwas mit 57 Minuten. Sehr geil, neue Bestzeit. Blick zurück nach vorne und noch mal wow da stehen ja meine Fans oder sollte ich lieber Betreuer sagen. Ich winke kurz und dann geht es den Hügel hoch in die Wechselzone.
Radfahren
Am Rad angekommen stelle ich fest, dass es deutlich wärmer ist als erwartet. Kurzerhand entscheide ich mich, dass Trikot liegen zu lassen; Armlinge reichen aus. Auf dem Rad versuche ich betont ruhig anzufahren und werde auch prompt von einigen Fahrern überholt. Es fühlt sich locker an und trotzdem pendelt sich die Uhr bei 39-40 km/h ein. Dann kommt in Bergen-Enkheim der erste Anstieg: the Beast. Hier zeigt sich, dass ich wirklich super Beine habe. Ich sammle einen Fahrer nach dem anderen ein. Nach ca 50km überhole ich Nicole Leder. Wie ich später feststelle habe ich ihr bereits 6 Minuten abgenommen. Leider ist dass das letzte Positive an diesem Tag. Bei km58,9 macht es unvermittelt Peng und mein Hinterrad ist platt. Ein kapitaler Reifenplatzer.
Keine Ahnung was passiert ist. Bereits beim abbremsen, hole ich tief Luft und verdränge eine Mischung aus Entsetzen, Wut und Enttäuschung. Es hilft auch nicht weiter, jetzt muss ich zügig den Schlauch wechseln. Raus mit dem Hinterrad, runter mit dem Mantel. Ein kurzer Check. Nein nichts steckt im Mantel. Also fummel’ ich den neuen Schlauch rein. Ein Zuschauer kommt mir mit einer altersschwachen Standpumpe zu Hilfe. Die ist aber restlos undicht, also schieße ich eine CO2-Patrone in den Schlauch und so geht es nach ca 4 Minuten weiter.
Die ersten Kilometer nutze ich zum Rechnen. Aber die 4 Minuten liegen noch absolut im Rahmen. Im Gegenteil, ich bin immer noch vor dem Zeitplan. Also fahre ich zügig, aber kontrolliert weiter. Vor mir ist es ziemlich ruhig. Ich habe gerade mal 2 oder 3 Fahrer in Sichtweite, als es den kurzen Anstieg hoch zur Burgmeile in Friedberg geht. Oben angekommen höre ich den Sprecher etwas von "jetzt kommt der Pulk" sagen. Was??? Denke ich noch und werde prompt von einem Peloton überrollt. Unglaublich 40-50 Mann in bester Tour-de-France-Manier.
Anfangs lasse ich mich brav zurückfallen und rolle hinter der Gruppe her. Es ist echt unglaublich. Ein Kampfrichter ist da und sieht nur zu. Dann kommt ein weiteres Motorrad dazu und versucht die Gruppe einzubremsen, so dass jeder wieder einzeln fährt. Hilft aber alles nichts und ich muss zugeben, selbst mit ordentlichem Abstand hinter der Gruppe spürt man noch einen sehr angenehmen Sog. Ohne große Anstrengung rolle ich mit 40km/h dahin. 5km vor Bad Vilbel wird es mir dann doch zu unruhig und ich fahre an der Gruppe vorbei nach vorne. Mir ist klar, dass ich den Pulk nicht abhängen kann, aber die anstehenden Kreisverkehre und den Heartbreak Hill will ich doch lieber von vorne fahren. Gesagt getan.
Am Ende der Verpflegungszone am oberen Ende des Heartbreak Hill steht Julia und hat alles parat. Die Verpflegungszonen sind aber vorbildlich. Ich brauche nichts von Julia. Außer! Ja außer einer Ersatz-CO2-Patrone. Also rufe ich ihr kurz zu, dass ich bereits einen Platten hatte und dass sie die Patrone fertig machen soll. Dann werfe ich noch meine Armlinge weg und nehme wieder Tempo auf.
Dummerweise hat Julia wohl gedacht, dass ich die Patrone sofort brauche und kommt kurzzeitig etwas in Panik. Letztlich hat sie aber verstanden, dass ich die Patrone bei der nächsten Verpflegung in Bergen-Enkheim brauche.
In der Abfahrt kommt es wie es kommen muss. Der Zug rollt über mich drüber und ich befinde mich wieder hinter dem Pulk. Was soll’s denke ich mir. Versuch’ sauber zu fahren und nutze trotzdem den Pulk für deine Zwecke.
Das funktioniert ca. 5-6km. Dann geht es in den Theatertunnel; eine relative steile Abfahrt durch eine Senke mit steilem Ausgang. D.h. mit hohem Tempo vom hellen Licht in den dunklen Tunnel. Die Sonnenbrille tut ihr übriges, dass ich ein Schlagloch übersehe und … ja schon wieder ein plattes Hinterrad habe. Das Gefühl der Machtlosigkeit zieht einem wirklich den letzten Zahn. Aber was soll ich machen? Also aufs Neue, Schlauchwechseln ist angesagt. Einen habe ich ja noch.
Keine Ahnung, ob der Schlauch schon defekt war oder ich ihn im Halbdunkel des Tunnels und der Hektik eingeklemmt habe, jedenfalls kommt es wie es kommen musste. Beim Aufpumpen platzt auch mein zweiter und letzter Reserveschlauch.
Inzwischen sind geschlagene 25 Minuten seit dem Reifendurchschlag vergangen. Jetzt geht es endlich wieder zurück auf die Strecke. Von den Zuschauern bekomme ich noch eine Laola mit auf den Weg und dann geht’s ab durch die Mitte. Inzwischen bin ich soweit hinten im Feld, dass ich eigentlich nur noch auf der Überholspur fahre.
Von der zweiten Runde gibt es eigentlich – oder sollte ich besser sagen glücklicherweise – nicht viel zu erzählen. Nach endlosen
Laufen
Meine Motivation ist eher mäßig. Ich überlege mir trotzdem, dass ich mit einem
Nach
Die angepeilte Hawaii-Quali ist es nicht geworden. Dazu fehlen ca. 30 Minuten. Ohne Plattfuss hätte es mit großer Sicherheit gereicht. Aber das Material gehört nun mal auch zum Sport dazu. Aber aufhören kann ich mit so einem Wettkampf nicht.
... Bilder kommen noch ...
Mittwoch, 27. Juni 2007
Sonntag rückt näher
Soll ich mit Scheibe oder Speichenhinterrad starten? Zumal mein CORIMA-Hinterrad an der Bremsfläche schon ziemlich mitgenommen ist und ich mir nicht sicher bin, ob es die Hölle - das Kopfsteinplasterstück - in Maintal nochmal erträgt. Also lieber Scheibe?
Was macht der Wetterbericht? Das Wetter bringt meine Laune von einem Tiefpunkt zum nächsten.
Auch mein Körper zeigt erste Ermüdung. Eine leichte Aduktorenverhärtung und ständige Schmerzen in der linken Fußsole zwingen mich zu besonderer Ruhe in der letzten Woche. Mehr als ein wenig Schwimmen und Radfahren geht nicht. Laufen lasse ich komplett.
Aber es gibt ja auch Positives. Die Wetterprognose behauptet heute zum ersten Mal stabil, dass am Sonntag gutes Wetter sein wird. Die Form an sich stimmt. Und auch das Material ist fertig für Sonntag.
Gestern haben wir das ganze Geraffel gepackt. Morgen gibt es noch eine Trainingseinheit zur Aktivierung und dann fahren wir Freitagmittag gen Frankfurt.
Und außerdem sind es heute nur noch 99 Tage bis Hawaii :D
Mittwoch, 20. Juni 2007
Gelungene Generalprobe (Teil 3)

Kurz nach der Wechselzone sehe ich auch schon Julia stehen. Sie reicht mir meine Flasche. Genial, kräftig trinken und den Kopf kühlen. 100m weiter, an der Verpflegungsstelle, schmeiße ich die Flasche weg und meine zu den Jungs "die hole ich mir wieder ab". Leichtes Gelächter, mal sehen ob sie es verstanden haben. Der 1. Kilometer ist vollbracht. 3:51 Minuten. So schnell war ich doch gar nicht??? Der ist bestimmt zu kurz gemessen. 2. Kilometer 3:50, 3. Kilometer 3:52. Hmmm bin ich wirklich so schnell? Naja immerhin bin ich noch mit der Spitze in einer Runde. Das gilt es zu verteidigen. Ich lasse mich heute nicht überrunden. Die erste Runde geht zu Ende und tatsächlich, da steht meine grüne Flasche einsam zwischen vielen Plastikbechern. So mag ich das.
Die zweite Runde wird härter. Die Zeiten gehen langsam runter auf 4:10 pro Kilometer. Meine Motivation schwindet zunehmend da ich das Gefühl habe, dass ich durchgereicht werde. Pro Kilometer werde ich bestimmt ein Mal überholt. So gefällt mir das nicht. Erst nach dem Rennen wird mir bewusst, dass die Jungs fast alle aus der Seniorenliga waren und frisch auf die Laufstrecke gegangen waren - 1 Runde nach mir.
In der dritten Runde wird es dann wieder besser, inzwischen habe ich einen stabilen Rhythmus gefunden und außerdem ist es ja auch nicht mehr weit. Trotzdem werde ich am letzten Wendepunkt von Andrea Brede, der ersten Frau, überholt. Was solls, ich gehöre jedenfalls nicht zu den Triathleten die meinen sie müssten bei Profifrauen unbedingt dagegenhalten. Und so komme ich kurz nach ihr ins Ziel.
Mein Fazit habe ich ja bereits vorweggenommen. Es lief sehr viel besser als erwartet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich aus dem Training heraus eine solch schnelle Radzeit hinlegen kann. Zumal da noch einige an Luft drin war. Nur das Laufen macht mir etwas Sorgen. Das hat doch mehr wehgetan als erwartet. Oder kann ich mich an das Gefühl nur nicht mehr richtig erinnern :-) Immerhin sind die letzten Wettkämpfe 2 Jahre her.
Was soll’s ändern kann ich es nicht mehr. Die Form ist da, das Material scheint zu stimmen, meine persönliche Betreuerin ist auch fit, jetzt muss ich nur noch gesund bleiben … Hawaii wir kommen.
Gelungene Generalprobe (Teil 2)
Nach ca. 1km geht es bereits in den giftigen Anstieg von Ramersorf hoch nach Holtorf. Auch hier gilt zügig aber kontrolliert. Da ist sie wieder, dieses Mal gehe ich aber sofort vorbei und gewinne auch schnell Boden. Bis ins Ziel sollte ich die spätere Zweitplatzierte auch nicht mehr sehen. Weiter oben fahre ich auf Christian vom PSV auf. Allerdings will er es oben auf dem flacheren Stück wissen. Zusammen mit 2 weiteren Athleten fährt er mir weg. Ich lasse sie aber bewusst fahren. Bei Tempo 40 muss ich erst mal meinen Puls in den Griff kriegen 85% hatte ich mir zum Ziel gesetzt.
Auch in der Abfahrt nach Birlinghoven werde ich überholt und auf der Anfahrt zum 2. Anstieg in Uthweiler noch mal. Wenn das so weiter geht???
Im Anstieg nach Söven beginnt sich das Blatt zu wenden. Erst mal sammele ich die 2 Jungs wieder ein. In der anschließenden Abfahrt noch mal 2. Es fängt an Spaß zu machen. Inzwischen sind wir im Pleißtal. Kilomter 20 oder so. Dumm nur, dass meine 3/4 Liter Flasche bereits über die Hälfte leer ist. Das kommt davon wenn man 1h im schwarzen Neo in der Sonne herum steht. Ich versuche etwas sparsam mit meinem Wasser umzugehen.
Die erste richtige Prüfung steht bevor. Der Anstieg von Lanzenbach nach Westerhausen. Ich fahre wie üblich locker und flüssig unten in den Anstieg. Ca. 200m vor mir sind 2 Athleten. Das ist eine Ewigkeit bei geschätzten 15% Steigung. Trotzdem den ersten hole ich noch vor dem Ende des Steilstücks, den 2. kurz vor der Kuppe.
Jetzt wird es ruhiger im Feld. Hin und wieder kann ich auf den längeren Geraden im Hanfbachtal ein Trio vor mir sehen. Die sind aber weit weg. So geht es ziemlich einsam rauf und runter, rechts und links, im wesentlichen aber leicht ansteigend geradeaus auf Hanf zu. Dort ist endlich die Verpflegung erreicht. Ich schnappe mir eine Flasche und nehme zusätzlich eine in die Hand und trinke einen kräftigen Schluck. Leider geht es aber auch sofort in 4. Anstieg hoch nach Sassenberg, also weg mit der Flasche und aufs kleine Blatt. Ich kurbele gleichmäßig, sitzend. Erst auf dem 19er, dann auf dem 21er, dann auf dem 23er ... Puh das zieht ganz schön in die Beine. Ich schalte wieder aufs 19er und gehe aus dem Sattel. Ist ja nicht mehr weit und oben wird es wieder flacher. Ich werde wieder schneller, seltsam das Trio vor mir scheint kaum zu beschleunigen. Ich komme schnell näher. Oben in Sassenberg angekommen habe ich Christan wieder eingeholt und gehe gleich nach vorne. Ab hier geht es fast Eben weiter bis zur langen und schnellen Abfahrt runter ins Pleißtal. Auf der Abfahrt geht Christian wieder nach vorne. Soll mir recht sein. Auch ohne Windschatten ist es angenehmer einen Bezugspunkt zu haben. Also hoch nach Oberpleiß und wieder runter durch die Senke nach Thomasberg hoch. Dort kommen erstmals wieder 3 Athleten ins Visier.
Heisterbachrott ist erreicht, jetzt kommt noch 1 Anstieg bevor es dann auf die Laufstrecke geht. Ich packe mein Powergel aus und trinke noch mal einen kräftigen Schluck. Ein kleine Gegensteigung, ich fahre auf Christian auf und ziehe vorbei. Vorbei am Kloster Heisterbach geht es auf dem 11er Ritzel. Dann gaaaaaanz links ausholen und zügig um den Abzweig zum letzten Anstieg, zurück nach Vinxel. Die 3 Jungs kommen näher, 1, 2 und 3. Oben angekommen bin ich wieder alleine.
Nicht ganz, in Holtdorf fahre ich auf einen Linienbus auf. Tja die Strecke ist eben nicht voll gesperrt. Gott sei Dank kann ich ihn aber noch vor der Abfahrt überholen. Jetzt gilt es sich auf das Laufen einzustellen. Locker treten, meine Uhr von der Halterung abnehmen und ums Handgelenk binden, noch ein letzter Schluck (mehr ist sowieso nicht mehr in der Flasche), Schuhe ausziehen und dann kommt auch schon die ewig lange Wechselzone.
Wie haben das eigentlich die Neandertaler gemacht? Sind die Barfuss einfach nicht gerannt? Mir tun jedenfalls die Füße weh. Wo bleibt denn meine Wechselbox? Die Zuschauermenge und der Radau entschädigt aber für die Schmerzen. Hier ist echt eine Klasse Stimmung.
So nun aber, Fahrrad einhängen, Helm ab, rechter Socken, rechter Schuh, linker Socken, linker Schuh. Noch die Kappe schnappen und ab geht’s ...
Gelungene Generalprobe
Den Wecker hatte ich bewusst früh gestellt. Es sollte ja eine Generalprobe werden. 6 Uhr oder 4 Stunden vor dem Start. Puhhh sehr früh. Das Frühstück muss ich entsprechend alleine "genießen". Das halbe Baguette mit Honig ist kaum zu bezwingen, so früh auch kaum verwunderlich. Gegen 8 Uhr fahren wir dann zum einchecken zur Rohmühle. Es ist schon angenehm, wenn man sich einfach aufs WK-Rad setzt und zum Start rollen kann :-)
Das Einchecken ist schnell passiert. Anstellen muss ich mich nicht wirklich und so bin ich nach knapp 10 Minuten auch schon fertig. Danach geht die Warterei auf den Start los. Zuerst lümmeln Julia und ich auf einer Parkbank herum und beobachten - oder soll ehrlich sein, lästern über - diverse Triathleten. Gegen 9 Uhr mache ich mich dann aber auf den Weg zum Schwimmstart. Die Shuttlebusse fahren regelmäßig und 10 Minuten später sitze ich auf dem Rasen an der Fähre in Niederdollendorf und warte schon wieder. Ziemlich lange sogar.9:50 Uhr, noch 20 Minuten, also gehe ich mich mal ein wenig warm laufen. Ein wenig Spannung in die müden Glieder pumpen.
10:00 Uhr, noch 10 Minuten, ich ziehe den Neo an. Aber nur bis zur Hüfte.
10:05 Uhr, wir gehen auf die Fähre. Die erste Startgruppe umfasst alle Einzelstarter bis AK35, also auch mich. Ich stehe irgendwo in Reihe 4 oder 5. Soll ich nach vorne drängeln? Ach quatsch, du willst sowieso locker anschwimmen. Aber die sehen so langsam aus um mich herum ... die üblichen Denkspielchen eben.
10:15 Uhr, die Fähre legt ab, es wird ernst. Ich ziehe den Neo an und richte die Brille.
10:30 Uhr, immer noch kein Start. Im Gegenteil jetzt heißt es 10 Minuten Verzögerung weil noch Schiffe auf dem Rhein stromaufwärts unterwegs sind. Mir ist warm, ich habe Durst und keine Lust mehr. Neo runter bis zur Hüfte.
10:40 Uhr, immer mehr Athleten ziehen den Neo wieder aus. Ich nehme die Badekappe ab, meine Haare sind gut nass geschwitzt.
10:50 Uhr, immer noch nichts neues
10:55 Uhr, die letzten 3 Schiffe erreichen unsere Position. Ein Blick in Richtung Rohmühle zeigt, dass der Rhein jetzt frei ist. Die Unruhe steigt wieder und wir ziehen uns wieder an.
11:00 Uhr, wir stehen jetzt inzwischen 1 Stunde auf der Stelle. Der Start muss jeden Moment erfolgen. Die Bugklappe senkt sich. Eine rote Leuchtkugel wird abgeschossen und dann geht es los.
Ich empfinde den Start als äußerst angenehm. OK ich hätte weniger Wellen erwartet. Aber durch die Strömung wird das Feld so schnell auseinander gerissen, dass keine engen Pulks entstehen. Überhaupt kein Gedränge, aber auch keinen Wasserschatten. Macht aber nichts, ich komme schnell ins Gleiten und mache einige Plätze gut.
Auf der 2. Hälfte schwimme ich auf eine Profifrau auf - zu erkennen an der violetten Badekappe. Also hänge ich mich hinten rein, Kopf runter, lange Züge, Kraft sparen. Sieh zu dass du den Puls runter kriegst, denke ich mir. Der Ausstieg - oder soll ich sagen Aufstieg - hat es in sich. Der erste aber auch einzige Fehler an diesem Tag. Denn besagte Profiathletin und damit ich hinter ihr, schwimmt viel zu spät zum Ausstieg. Am Ende muss ich noch mal 30-40 Sekunden Sprint einlegen um nicht am Ausstieg vorbei getrieben zu werden.Dann raus aus dem Wasser und hoch zur Wechselzone. Den langen Weg bis zu meinem Rad versuche ich locker zu bleiben. Denn nach dem Wechsel geht es ja wieder direkt weiter bergauf nach Holtorf. Da sehe ich mein rotes Handtuch und meine weißen Laufschuhe. Äh Nein, dass ist gar nicht mein Rad. Wo ist mein Rad? ... Nach einer kurzen Schrecksekunde geht es weiter, bis zu meinem Rad sind es noch gut 30m. Neo aus, Helm auf, Brille auf, Startnummernband umgeschnallt und weiter geht es. Das übliche eben ...
Freitag, 15. Juni 2007
Schwimmen im Regen
Was tun? "Da musst du jetzt durch" order lieber "was bringt alles Training, wenn du dir jetzt 2 Wochen vorm Ironman noch eine Erkältung einfängst" ... ich entscheide mich für die 2. Variante, packe meinen Neo und gehe ins Römerbad Schwimmen.
War wohl eine gute Entscheidung. 35x100m alle 1:40. Und ich fühle mich auch nach dem Training richtig gut. Sollte ich die für Frankfurt geplante Schwimmzeit nach unten korrigieren? Eigentlich habe ich ja die letzten 3-4 Monate vor allem das Schwimmtraining ziemlich vernachlässigt. Mehr als 1-2 mal pro Woche war ich nie im Wasser.
Mal sehen, was der Bonn Triathlon am Sonntag bringt. Dann weiß ich mehr über meine Schwimmform. Soooo schlecht kann sie aber nicht sein.
